Flugmodellbau
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Hallo
 

Zuerst muss ich mich vorstellen.

Mein Name ist Gunter Kirch. Ich bin schon ein älteres Semester. Wohnhaft bin ich im schönsten Teil des Saarlandes, dem Bliesgau, einer Gegend in der Andere ihren Urlaub verbringen und das erst kürzlich zu einem Biosphären-Reservat ernannt wurde.

Nun zu meinem modellfliegerischen Lebenslauf.

Da ich mich schon als Kleinkind für Flieger interessierte, was von meinem Vater vererbt wurde, der ebenfalls Flieger war, wurde mir im Alter von 7 Jahren, von meinen Eltern, als Weihnachtsgeschenk, mit entsprechender Widmung, das Bauplanheft „Modelle aus Pappe und Papier“, vom Otto Maier – Verlag Ravensburg, mit entsprechenden Materialien, geschenkt.

Mit 9 Jahren stand der Bau des Anfängermodells „Habicht“, aus dem „Werkbuch für Jungen“, in Kiefer-Sperrholz-Bauweise, zusammen mit meinem Vater an. Das Modell entflog mir ca. 3 Monate später, wobei ich nach Hause kam und stolz berichtete, dass mein Modell, nach Handstart von einem kleinen Hang, als kleiner Punkt im Himmel entschwand, so gut sei es geflogen, was natürlich nur für Kopfschütteln sorgte.

Als 11 – jähriger gewann ich einen Materialsatz für das Anfängermodell „Der kleine Kumpel“ bei einem Ballon – Weitflugwettbewerb des Aero-Club Sulzbach. Anschließend Bau desselben. Das Modell „Der Kleine Kumpel“ von Walter Schönborn (heute noch Mitglied im Verein „Cormoran“ Kirkel) kann als früher saarländischer Vorläufer, des „Kleinen UHU“, mit der gleichen Grundidee bezeichnet werden. Das Modell, in Balsa – Kiefer – Bauweise, wurde von mir unmittelbar nach Gewinnübergabe gebaut.

Der Bau des Leistungs – Segelflugmodelles Klasse A2: „Hansavogel“ von Alfred Gymnich, erschienen im Buch „Werkbuch für Jungen“ vom Otto Maier Verlag, in Kiefer – Sperrholz – Bauweise, wurde von mir mit 12 Jahren ausgeführt. Dann stand mit 13 Jahren der Bau des FAI Segelflugmodells der Klasse A3 „Adler“ von Fritz Reis in Kiefer - Sperrholzbauweise und einer Spannweite von 1,80 m an.

Bereits als 13-jähriger baute ich das bereits legendären Segelflugmodell „Austria Meise“ von Rudolf Salzmann in Kiefer- Sperrholzbauweise und einer Spannweite von 2,80 m für die FAI – Klasse A3. Mit 15 Jahren wurden bereits Eigenentwurf, Konstruktion und Bau von Wettbewerbs- Flugmodellen der Klasse A2 in Kiefer / Balsa – Bauweise durchgeführt.

Im Alter von 14 bis 15 Jahren habe ich des öfteren auf dem Flugplatz in Ensheim geholfen. Meist war ich an einer Schranke stationiert, die den Verbindungsweg von Ensheim nach St. Ingbert während der Start- und Landevorgänge sperrten, da dieser mitten über den Flugplatz führte. Als Dank für diese Hilfe wurde ich dann zu einem Rundflug mitgenommen. 

Der Eintritt in den Aero-Club Sulzbach, erfolgte mit 16 Jahren. da ich mit meinen selbstkonstruierten und selbst gebauten A2 – Modellen an entsprechenden Wettbewerben teilnehmen wollte. Somit war eine Mitgliedschaft unerlässlich. Im gleichen Jahr war dann erstmals die Teilnahme an der Saarland-Meisterschaft im Modellflug in der Klasse A2 mit den 2 selbstkonstruierten Modellen. Erfolg: 7.Platz in der Gesamtwertung, bei 36 Teilnehmern. (von 5 Durchgängen nur 3 Durchgänge geflogen. 3 x Maximalzeit und alle 2 Modelle entflogen. Nach dem 3. Durchgang 1. Platz.). Was für mich natürlich ein großer Erfolg war.

Dann fing, mit 17 Jahren, die Zeit der starken Aktivitäten im Bereich des Fesselfluges, insbesondere im Bereich von Kunstflug und Fuchsjagd, an, welche mehrere Jahre dauerte. Mit 19 Jahren flog ich dann mein erstes funkferngesteuertes Modell, natürlich damals noch mit einer selbstgebauten Röhrenanlage in einem selbstkonstruierten Modell.

Nach einigen Jahren ohne Besonderheiten erfolgte im Alter von 27 Jahren die Gründung der Jugendgruppe bei dem Aero-Club Sulzbach auf Initiative von mir, wobei ich die Jugendgruppe als Leiter übernahm. In den Folgejahren nahm die Jugendgruppe an vielen Wettbewerben auf Bundesebene und an Europa – Cup´s, teil und entwickelte sich zur stärksten Jugendgruppe des Saarlandes. Mit 33 Jahren stand die Teilnahme an einem Sportzeugenlehrgang mit abschließender Prüfung an. Hiernach war ich sehr oft in den unterschiedlichsten Klassen, auch bei Deutschen Meisterschaften, als Sportzeuge tätig. Im Jahr danach wird erstmals ein Jugendzeltlager durch mich in Rubenheim organisiert, das landesoffen war und ab diesem Zeitpunkt über 12 Jahre regelmäßig stattfand. Mit 35 Jahren nahm ich an einem Saalflug – Lehrgang in Sulzbach teil, den ich auch organisierte, mit anschließenden Aktivitäten, einschließlich Teilnahme an mehreren Deutschen Meisterschaften. In diese Zeit fiel auch die Teilnahme am Lehrgang in Oerlinghausen mit Prüfung und Abschluss mit der Qualifikation als DAEC – Modellflug – Ausbilder. Unser Sohn Andreas nimmt seit 2 Jahren an UHU-Wettbewerben teil und wird mit 6 Jahren Bundessieger in der Freiflug – Klasse „Junior“. Hier ist beim Bau entsprechende Modelle mit zu helfen und sehr viele Trainingzeiten erforderlich.

Ab diesem Zeitpunkt erfolgten auch Veröffentlichungen von Abhandlungen in verschiedenen Fachzeitschriften, wie z. B. über Schalldämpfung, Entenmodelle, Bautipps, Ausstellungen usw. Im gleichen Jahr war die Teilnahme an dem Lehrgang „Funktionsmodellbau“ in Hirzenhain beim Haus der Luftsportjugend, wobei ich ein Jahr später bereits einen Lehrgang in Hirzenhain, als Leiter selbst abhielt, was dann über einen Zeitraum von 10 Jahren regelmäßig erfolgte.

In dieser Zeit erfolgte auch die Organisation einer viel beachteten Ausstellung in der Festhalle Sulzbach. Die Ausstellungsexponate der Informationsstände wurden fast ausschließlich durch mich erarbeitet und hergestellt. Diese Informationsstände wurden anschließend an interessierte Vereine ausgeliehen und wurden selbst in bundesweiten Ausstellungen, wie Frankfurt, Friedrichshafen, Dortmund und Stuttgart, gezeigt. Die Informationsstände bildeten auch den Grundstock für Vorträge über verschiedene Themen, z. B. Aerodynamik, Stabilisierung von Flugmodellen, Balsaholzverarbeitung, usw., die ich bei verschiedenen Vereinen und bei sonstigen Anlässen gehalten habe und auch heute noch bei Bedarf halte.

Mit 39 Jahren übernahm ich die Leitung des Deutschen Modellflug - Jugendtreffens der Luftsportjugend in Hirzenhain. Diese Leitungsaufgabe wurde von mir bis zum Umzug der Luftsportjugend nach Laucha, also fast 15 Jahre ausgeübt.

Im gleichen Jahr erfolgte die Wahl zum Referenten für Jugend und Ausbildung der Modellflugkommission des Deutschen Aero-Club. Ab diesem Zeitpunkt werden durch mich, in unregelmäßigen Zeiträumen Lehrgänge zur Erlangung und Verlängerung der Ausweise für Modellflug – Ausbilder abgehalten, da dies in meinen Aufgabenbereich fällt. Mein Ausweis wird nach Zeitablauf ungültig, da niemand anders befugt ist diesen Ausweis zu unterschreiben. Ich wurde auch automatisch Modellflugreferent bei der Luftsportjugend des Deutschen Aero-Club. Bei der Luftsportjugend wird mir das Sachgebiet „Der Kleine UHU“ übertragen, so dass ich künftig für die Gestaltung der Faltblätter mit den Wettbewerbsbestimmungen in Zusammenarbeit und Koordination mit den Firmen UHU und Graupner verantwortlich bin. Ferner obliegt mir die Auswertung des alljährlichen Pressewettbewerbs sowie die Ergänzung der jeweiligen Merkblätter. Ferner bin ich ab diesem Zeitpunkt in der Wettbewerbsleitung bei der alljährlichen Bundesausscheidung. Auch fiel mir die Aufgabe zu, bei Deutschen Jugendmeisterschaften im Freiflug zusammen mit dem jeweiligen Wettbewerbsleiter die Siegerehrung durchzuführen und die Preise der Luftsportjugend an die Sieger zu überreichen.  

Im Alter von 40 Jahren war ich Delegationsleiter der Luftsportjugend bei dem Bundesjugendtreffen der Deutschen Sportjugend in Goslar mit Ausrichtung des Modellflug-Jugendtreffens. Im gleichen Jahr stand auch die Gestaltung eines Falt-Prospektes für die Sportfachgruppe Modellflug des Aero-Club Saar, durch mich, an, welches dann bei verschiedenen Veranstaltungen der Vereine an Interessenten weiter gegeben wurde. Auch die Ausstattung des Standes der Luftsportjugend bei der RMF in Friedrichshafen und Standbetreuung mit Vorführung von Saalflugmodellen erfolgte durch mich. Diese Vorführungen, zusammen mit Kurt Vogler, waren so beeindruckend, dass selbst die damals sehr populäre Rallye – Rennfahrerin Michéle Mouton, mit mir zusammen, bundesweit, in der Bildzeitung abgebildet wurde. Anschießend wurde ich vom DAeC mit der Ausstattung und Organisation von den Ständen bei weiteren Ausstellungen, wie z.B. Frankfurt, Stuttgart und Dortmund, betraut. Die Fa. Graupner stellt in dem UHU – Ausschuss den RC-UHU vor, der ebenfalls im Rahmen der UHU – Wettbewerbe der Luftsportjugend geflogen werden soll. Da diese Aufgabe der Durchführung in meinen Referatsbereich fällt, bin ich verantwortlich für die Ausarbeitung der Wettbewerbsregeln und der erforderlichen Hinweisblätter sowie Anschreiben. Bei der Ausschreibung zu dem Flugmodellwettbewerb „Der kleine UHU“ für das Jahr 1983 wird von mir die Länge der Hochstartleine von 50 m auf 25 m und die maximale Flugzeit von 120 Sekunden auf 60 Sekunden reduziert, so dass auch die Austragung des Wettbewerbes auf kleineren Fluggeländen möglich ist. Die Regeländerung führte bei fast allen Freifliegern zu geharnischten Protesten und entsprechenden Reaktionen in allen Zeitschriften. 20 Jahre später wurde diese Regelung bei verschiedenen Freiflug-Jugend-Wettbewerben übernommen, mit dem Hinweis, dass dann mehr Fluggelände genutzt werden können.

Zu den Lehrgängen in Hirzenhain werden von mir unterschiedliche  Balsagleiter, Wurfgleiter und Anfänger-Freiflugmodelle entwickelt und gezeichnet, da von den Lehrgangsteilnehmern, Jugendgruppenleiter und Werklehrer, solche Modelle sehr stark gefragt sind. Die Pläne werden zum Selbstkostenpreis an die Interessenten weiter gegeben.

Ein Jahr später wird die Luftsportjugend durch die Fa. Graupner mit der Neukonstruktion eines „Kleinen UHU“ beauftragt.  Der von mir gemachte Vorschlag, mit vorgestelltem Modell, wird bei der Konstruktionsbesprechung des UHU – Ausschusses, dem auch 2 Konstrukteure der Fa. Graupner und Herr Graupner selbst angehörten, zu 90 % übernommen. Das Modell wird bei der Spielwarenmesse 1984 vorgestellt und sollte 1998 durch ein neues Modell mit Jedelsky – Flächen, abgelöst werden. Aber die Nachfrage nach dem von mir konstruierten Modell war so stark, dass es wieder in das Programm der Fa. Graupner aufgenommen wurde. Dies ist die bisher bei weitem längste Laufzeit eines „Kleinen UHU“. Herr Graupner hat mir bereits 1989 etwas vorwurfsvoll mitgeteilt, dass das Modell so gut konstruiert sei, dass auch kleine Verbesserungen, welche wie bei den Vorgängermodellen, die Kreation eines neuen Modelles möglich machte, bei dieser Konstruktion unmöglich sei.

In Ermangelung eines Pressereferenten beim DAeC wurde ich beauftragt, die Pressearbeit für den von mir betreuten Jugendbereich durchzuführen. Diese Aufgabe wurde von mir über 8 Jahre wahrgenommen.

Mit 42 Jahren erfolgt die Berufung als Lehrbeauftragter für Flugmodellsport für den Fachhandelslehrgang der Fa. UHU in Bühl/Baden, auf Initiative von Herrn Johannes Graupner, dem Inhaber der Modellbaufirma Graupner, Kirchheim/Teck. Diese Lehrgänge wurden von mir, im Bereich Modellflugsport, bis zu deren Einstellung, 5 Jahre lang betreut und durchgeführt.

Die gesamte Organisation des Ausstellungsstandes der Luftsportjugend bei der RMF in Friedrichshafen wird mir übertragen, so dass ich alle Verhandlungen mit der Ausstellungsleitung sowie die Standausstattung einschließlich des Modellflug – Rahmenprogrammes übernehmen muss. Zu dieser Ausstellung wurde von mir ein Verfahren zur Herstellung von Balsagleitern mittels Schablonen und Hellings entwickelt und erstmals durchgeführt. Insgesamt wurden an den 4 Tagen ca. 1.500 Modelle gebaut. Diese Arbeitsweise hatte einen so durchschlagenden Erfolg, dass dieses anschließend nicht nur bundesweit sondern fast weltweit (Mir bekannt: Frankreich, Italien, Israel, Schweiz, Österreich, Amerika) übernommen wurde und heute bei fast keiner Flug – Veranstaltung, bei der auch Kinder anwesend sind, wegzudenken ist. Bei der RMF hat auch Herr Graupner an diesem System Interesse gezeigt und mit mir gemeinsam, am Abend in dem Hotel, eine Möglichkeit entwickelt die Helling aus Karton und die Holz-Modellteile, bedruckt und gestanzt, herzustellen. Verschiedene Feinarbeiten zu diesen Balsagleitern wurden von Helmut Walter, dem Modellflugreferenten aus Hessen, und unserem Sohn Andreas, bei einer Tagung in Hirzenhain, besprochen  und festgelegt. Da auch die Namensgebung für die Modelle anstand, machte Helmut Walter den Vorschlag, da unser Sohn Andreas bei der Gestaltung mitwirkte, ein Modell "Andy" zu nennen, was auch geschah. Bei der Nürnberger Spielwarenmesse 1985 wurden von der Fa. Graupner 2 Modelle auf dieser Basis vorgestellt.

Auf Grund des überwältigenden Erfolges mit dem Bau von Balsagleitern mittels Schablonen und Hellings bei Veranstaltungen musste ich mehrere Kisten mit entsprechenden Schablonen und Hellings fertigen, die dann bundesweit ausgeliehen wurden. Die Ausleiher bauten regelmäßig die Schablonen und Hellings nach, so dass, nach dem sogenannten Schneeballsystem, innerhalb kurzer Zeit diese Bauweise eine vorher nicht geahnte Verbreitung fand. Da auch hierdurch bedingt, die entsprechenden Anfragen immer massiver wurden, entschloss ich mich eine Bauplanmappe herauszugeben, die den Nachbau der Vorrichtungen leicht macht. Diese Mappe mit 12 verschiedenen Modellen wurde 1984 über die Luftsportjugend von mir herausgegeben.

Ein Jahr später war ich bei dem Freiflug – Wettbewerb in Wetzlar, als Wettbewerbsleiter tätig. Hier wurde auch die Elektro – Klasse geflogen. Nach 5 Durchgängen á 180 Sekunden hatte alle 12 Teilnehmer nur maximale Flugzeiten. Vor Beginn des Stechens erfragte ich die Motoren - Laufzeit der Modelle, wobei mir die Zahl von durchschnittlich 12 Minuten genannt wurde. Daher war für mich die Fortführung des Wettbewerbes sinnlos und wurde von mir abgebrochen. Am Abend saß ich mit allen Teilnehmern zusammen und wir überlegten, wie die Motorlaufzeit auf max. etwa 60 Sekunden begrenzt werden konnte. Mein Vorschlag war der Einsatz entsprechend kleiner Akkus, was auch von allen Teilnehmern angenommen wurde. So wurde von mir die Regelung der Akkubegrenzung auf 12 % des Fluggewichtes in´s Leben gerufen, das bei der nächsten MFK – Sitzung in die nationalen Bemod. und 2 Jahre später von der CIAM, als internationale, weltweit gültige Bestimmung, übernommen wurde. Diese Regelung galt fast 20 Jahre, bis diese durch den Einsatz von Brushless – Motoren und Lipo – Zellen überholt war.

Im nächsten Jahr war ich Delegationsleiter der Luftsportjugend bei dem Treffen der Deutschen Sportjugend in Marburg.

Unser Sohn Andreas fliegt jetzt RC IV -Wettbewerbe, wozu die entsprechenden Modelle konstruiert und gebaut werden müssen. Der Lohn dieser Mühen sind einige Landesmeister-Titel und gute Erfolge bei überregionalen Wettbewerben. Auch der Freiflug kommt nicht zu kurz, wobei die Eigenbau – Modelle einige Titel auf Deutschen Meisterschaften einbringen. Er konnte mit Eigenbaumodellen fast immer vordere Plätze belegen, bis die neuen RC – Segelflugklassen eingeführt wurden und der Landeanflug wie auch die Landung nicht mehr bewertet wurden und Stecklandungen immer mehr zur Normallandung wurden. Zu dieser Landeart waren die von uns konstruierten und gebauten Modelle mechanisch und statisch nicht mehr fähig und er musste auf gekaufte Vollkunststoff – Modelle ausweichen. In dieser Zeit wollte Andreas auch an einem Großsegler-Wettbewerb teilnehmen, also musste ein entsprechendes Modell gebaut werden. Die Wahl fiel hierbei auf die D 36 mit 5 m Spannweite. Wie bei mir üblich, wurden dann auch Änderungen am Plan vorgenommen und diese beim Bau umgesetzt. Das Modell flog ganz gut. Beim ersten Wettbewerbseinsatz war die Wettbewerbsregel so, dass max. 5 Flüge absolviert werden durften und Summe der reinen Flugzeit ergab die Wertung. Andreas startete mit der D 36 kurz nach 10.00 Uhr und flog. Als die anderen Wettbewerbsteilnehmer endlich die Siegerehrung durchführen wollten, wurde der Druck auf ihn so groß, dass er gezwungenermaßen nach einer Flugzeit von 6 h und 47 min. landen musste. Der 2. Sieger flog bei 5 Starts nur insgesamt 40 min.

Im Alter von 45 Jahren wird meine Profilsammlung Grundlage der „FMT – Profile – Sammlung“, der Fachzeitschrift Flug – Modell – Technik.

Im gleichen Jahr wird mir die Bronzene Ehrennadel des DAeC in dankbarer Würdigung meiner besonderen Verdienste um die Deutsche Luftfahrt, verliehen.

Ein Tag, den ich in meinem Leben nie vergessen werde, war der 28. August 1988, als bei der Flugschau in Ramstein 2 italienische Maschinen in der Luft kollidierten und eine Maschine brennend direkt neben den saarländischen Modellfliegern einschlug. Hierbei wurden 7 Modellflieger sofort getötet und 2 weitere starben einige Tage später an den erlittenen Verbrennungen. Ich selbst war bei 3 Beerdigungen in der jeweiligen Delegation des Aero - Club Saar vertreten. Da mehrere Beerdigungen gleichzeitig stattfanden mussten verschiedene Delegationen gebildet werden. Auch heute noch leiden einige Modellflieger oder deren Begleiter/innen an den erlittenen Verbrennungen. Ich selbst sollte ebenfalls mitfahren, musste jedoch kurzfristig in Hirzenhain, bei der Luftsportjugend, noch einen Termin wahrnehmen.

Im Alter von 47 Jahren werde ich Delegationsleiter der Luftsportjugend bei dem Treffen der Deutschen Sportjugend in Ratzeburg.

Mitte der 90er Jahre hat ein gesundheitliches Problem meine bisherige Arbeit vollständig beendet.

Mit 57 Jahren erfolgt die Verleihung der silbernen Ehrennadel des Deutschen Aero - Club´s für meine besonderen Verdienste um die Luftsportjugend. Überreicht wurde mir diese durch den jetzigen Präsidenten der FAI, Wolfgang Weinreich

Nach einer Genesungszeit von fast 8 Jahren konnte ich so langsam wieder an den Modellbau heran gehen, wobei zuerst Balsagleiterbauaktionen mit Kindern bei verschiedenen Veranstaltungen auf dem Programm standen. Neuerdings ist es mir wieder möglich eigene Modelle zu konstruieren und zu bauen. Auch das Fliegen der Modelle bin ich zur Zeit wieder am Einüben.

Mit 66 Jahren führte ich, mit einem weiteren Kollegen, eine Projektwoche in der Erweiterten Realschule Kirkel – Limbach in Limbach mit Vorträgen über „Aerodynamik“ und „Stabilisierung von Flugzeugen“ mit 18 Schülern durch. Insgesamt wurden ca. 300 Balsamodelle unterschiedlicher Größe und Schwierigkeiten gebaut.

Im gleichen Jahr bin ich seit jetzt 50 Jahren Mitglied im Aero - Club Saar.

Derzeit befasse ich mich mit der Entwicklung, Konstruktion und Bau von negativ gepfeilten Nurflüglern, Enten und Motorseglern, wobei ich diese in einer anderen als der üblichen Bauweise herstelle. Diese Bauweise habe ich unter "Bautipps" beschrieben.
 

 
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