Flugmodellbau
  B 11
 

Das Flugzeug, die B 11, ist eine Konstruktion der Akademischen Fliegergruppe Berlin (Akaflieg Berlin). In deren Home-Page steht über das Flugzeug:

"Nach dem Krieg war der Segelflug zunächst verboten.
Erst 1960 wurde mit dem Entwurf der B 11 begonnen. Bis 1961 entstand ein schwanzloses Segelflugzeug in Gemischtbauweise. Während des Baus wurde leider mit Erschrecken festgestellt, dass das Flugzeug besser auf dem Boden bleiben sollte. Diverse Teile wurden in den Wohnungen ehemaliger Mitglieder gesichtet."




Die B11 ist eine Entwicklung von Prof. Dr. Ing. Wolfgang Herbst der AKA - Flieg Berlin.

Technische Daten:
Spannweite:  17,30 m
Rumpflänge:  4,00 m
Flügelfläche:  15,80 m²
Tragflächenprofil:  Naca 747A315
Aerodynamische Streckung: 19,0 m²
Zuspitzung:  0,25
Pfeilung der t/4-Linie: - 18 Grad
V-Form der Flächen:  9 Grad
max. Fluggewicht:  321 kg


Plan des Modells für den Windkanal in Göttingen.

Bei den Windkanaluntersuchungen hat sich herausgestellt, dass das Flugzeug völlig flugunfähig ist. Auch von mir hergestellte  Flugmodelle auf dieser Basis, selbst kleine Balsagleiter, konnten absolut nicht zum Fliegen gebracht werden. Als Profil wurde durchgehend das Naca 747 A 315 ohne jede Verwindung angewendet. Zur Berechnung des Flugzeuges "B 11" wurden nur von den technischen Hochschulen anerkannte und übliche Rechen-Programme "nach Lehrmeinung" und "Stand der Technik" verwendet, die einen exzellent flugfähigen und mit extrem hoher Flugleistung ausgestatteten Segler ergaben, was sich dann  im Windkanal als vollständig daneben liegend zeigte, da keinerlei stabilisierenden Momente vorhanden waren. Somit waren die Aussagen von Alexander Lippisch, dass diese Art von Flugzeugen nicht zu stabilisieren seien, wieder einmal bestätigt. 

Literatur:
1. Jahresbericht 1961 der Akademischen Fliegergruppe Berlin e.V.
"Neukonstruktion - B 11", Seiten 16 bis 19.

2. Luftfahrt-Forschungsberichte des Bundesministers für Verkehr,
Heft 22: "Das schwanzlose Segelflugzeug mit Vorpfeilung"
Dipl. Ing. W. Herbst, Akademische Fliegergruppe Berlin,
VDI-Verlag GmbH, Düsseldorf, 1963,
Seiten 1 bis 13.
 




Das kleine Balsamodell fliegt recht gut, wobei dieses Modell nicht der B 11 entspricht, sondern Rumpf und Seitenleitwerk wesentlich geändert wurden, um einen stabilen Flug zu erreichen. Das größere, Vollbalsamodell musste ebenfalls analog geändert werden, um es zum Fliegen zu bringen. 

Die "B 11" war eines der Modellbauprojekte welche ich ursprünglich realisieren wollte. Jedoch ist somit auch ein RC-Modell der "B 11" nicht flugfähig. Aus diesem Grunde wurde ein auf der Basis der "B 11"  konzipiertes Modell konstruiert und gebaut, die GK-102, bei der gegenüber der "B 11" wesentliche Änderungen vorgenommen wurde.  Die Tragflächenform wurde jedoch beibehalten. Die westlichen Änderungen umfassen, wie bereits geschrieben, die Rumpflänge und die Größe und Anordnung des Seitenleitwerkes sowie die Profilierung und die Verwindung der Tragfläche. Somit ist außer der Geometrie der Tragflächen bei der GK-102 nichts mehr von der "B 11" enthalten, lediglich das Aussehen ist ähnlich.

Die GK-102 hat ein sehr eleganten Flugbild, wie unter "negativ gepfeilte Nurflügel" zu sehen ist und eine sehr hohe Flugleistung, wie bei der Inter Ex 2015, in Vaihingen an der Enz, sehr anschaulich dokumentiert werden konnte.





 
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