Flugmodellbau
  Der kleine Kumpel II-B (GK 126)
 

 
Vorbemerkungen:
Das Modell „Der Kleine Kumpel II-B“ ist kein Nachfolger des Modelles II-A sondern ein Modell ausschließlich für die Klasse bis 1200 mm Spannweite. Aus diesem Grunde kann das Modell II-B nicht in der Klasse F1H eingesetzt werden, da mit 19,0 dm² Gesamtfläche das Limit für diese Klasse überschritten ist. Umgekehrt ist es analog. Das Modell II-A kann in der Klasse bis 1200 mm Spannweite nicht eingesetzt werden (Rippenfläche), da die zulässige Spannweite überschritten ist.
Bei der Konstruktion des Modelles war Voraussetzung, dass die Bauweise sehr einfach ist, kostengünstige Materialien ohne großen Verschnitt zur Anwendung kommen und die notwendigen verschiedenen Materialien zahlenmäßig gering sind. Auch wurde Wert darauf gelegt, dass alle erforderlichen Materialien im Handel erhältlich sind. Das Modell ist mit Seitensteuerung und Thermikbremse ausgerüstet.

Zum Bau erforderliche Werkzeuge:
1. Hellingbrett, etwa 130 x 40 cm. Hierzu kann ein Sperrholzbrett in einer Stärke von min. 12 mm oder eine Tischlerplatte dienen. Diese muss relativ weich sein, damit die Nadeln entsprechend eingeschlagen werden können, ohne krumm  zu werden. Aus diesem Grunde eignen sich Span- oder MFD-Platten oder ähnliche Pressplatten nicht. Ich persönlich benutze als Hellingbretter Türausschnitte, die beim Einschneiden von Glasausschnitten in Zimmertüren bei Schreinereien anfallen und dort im Regelfall kostenlos abgegeben werden. Hier sind Limba-Türen besonders geeignet und die Größe beträgt etwa 140 x 55 cm.
Limba Türen haben im Regelfall im Kern Stege, die beiderseits mit Sperrholz belegt sind. Es gibt natürlich auch Zimmertüren, die einen Pressspankern haben und die ungeeignet sind.
2. Dickere Malerfolie zum Abdecken des Planes auf dem Hellingbrett. Auf dieser Folie hält keine Kleber und somit kann das Bauteil nicht ankleben und der Plan ist geschützt
3. Balsamesser. Hierzu eignet sich ein kurzes, relativ spitzes, dünnes Messer, das entsprechend scharf sein muss. Ich schärfe meine Messer mit einem Abziehstein nach, so dass eine Messerklinge jahrelang benutze werden kann, wenn sie nicht vorher abbricht.
4. Laubsäge mit Laubsägetisch, Tischklammer und Laubsägeblätter in der Zahnung 1 oder 0
.
5. Schleifklötze mit Schleifpapier in der Körnung 100 und 180. Die Klötze stelle ich aus Tischlerplatten in der Größe von 7 x 23 cm her. Da die Schleifbögen eine Größe von 28 x 23 cm haben, ergibt dieser Bogen genau 4 Blätter für die Schleifklötze. Das Schleifpapier klebe ich mit Neoprenekleber (Kontaktkleber) auf.
6. Kleiner Hammer von 50 Gramm zum Einschlagen der Dekostifte.
7. Dekorationsnadeln 1,0 x 30 mm, ca, 50 Stück. Zum Bau der Modelle bitte keine normalen Stecknadeln verwenden. Diese bestehen aus hochwertigem Stahl und zersplittern beim Einschlagen, was nicht nur buchstäblich sondern auch tatsächlich "in´s Auge" gehen kann. Dekorationsnadeln bestehen aus Eisen und verbiegen sich leicht, was ein Nachteil ist, zersplittern aber nicht. Die Dekorationsstifte gibt es nur in größeren Gebinden, mit etwa 1000 Nadeln, jedoch für relativ wenig Geld und von den von mir gekauften Dekostiften habe ich in meinem Modellbauerleben etwa 1/3 benutzt. Die Dekostifte gibt es in Schwarz und Vernickelt, wobei meiner Meinung nach, die schwarzen Dekostift etwas besser sind, da die Oberfläche nicht so glatt ist und die Werkstücke somit besser halten.
8. Glaskopfstecknadeln, die es überall in Modellbaugeschäftern, Baumärkten und Handarbeitsgeschäften gibt.  
9. Holzklammern, ca 20 Stück. Für dieses Modell reichen einfache Wäschklammern. Hier sollten Holz-Wäschklammern gewählt werden, da bei diesen der Anpressdruck auf eine größere Fläche verteilt wird und somit keine so hohe Flächenbelastung vorhanden ist, was zu Dellen im weichen Balsaholz führen kann und bei den Kunststoffklammern oft der Fall ist.
10. Kleiner Schraubstock mit einer Spannweite von 40 mm zur Herstellung der Rippen im Blockverfahren. Wenn ein großer Schraubstock vorhanden ist, geht dieser natürlich auch. 
11. Kleine Bügel- oder Blattsäge zum Einschneiden der Hauptholmausschnitte in die Rippen. Ein abgebrochenes Metallsageblatt genügt hierzu ebenfalls.
12. Kleine Schlüssel-Flachfeile zur Nachbearbeitung der Hauptholm Ausschnitte mit nicht allzu feinem Hieb.
13.Handbohrmaschine mit 4 mm Bohrer zum Bohren der Löcher für die Flächen-Haltestifte und die Löcher zum Einfädeln der Laubsäge in die Ausschnitte des Rumpfmittelstückes.
14. Kleine Rundzange zum Biegen der Drähte für die Leitwerksanlenkungen.
15. Kleine Flachzange zum Biegen der Drähte für die Leitwerksanlenkungen.
16. Seiten- oder Vornschneider zum Schneiden der Drähte für die Leitwerksanlenkung. Der Schneider muss für Pianodraht von 1,0 mm Durchmesser geeignet sein, was auf dem Schneider vermerkt ist.
17. Schere zum Schneiden der Bespannung und der Nylonfäden der Leitwerksanlenkungen.
18. Pinsel für Grundierung und Spannlack.
19. Leere Gemüsedose für Grundierung und Spannlack.
Die meisten der erforderlichen Werkzeuge sind sicherlich in jeder Werkstatt oder jedem  Haushalt zu finden. Diese Werkzeuge genügen vollständig zum Bau des Flugmodelles. Jedoch können weitere Werkzeuge den Bau erleichtern. 



1. Vorarbeiten
Die Vorarbeiten zum Bau eines Flugmodelles beinhalten zuerst das Kopieren des Planes zur Herstellung der erforderlichen Schablonen, wobei die Kopie zu diesem Zwecke entsprechend zerschnitten wird. Für jedes Modell stelle ich die entsprechenden Schablonen für alle Teile her. Für größere Teile, wie Rumpfköpfe, Seiten- und stelle ich diese mittels Karton her, bei Rippen, V-Verstärkungen usw. sind diese aus Sperrholz. Die ausgeschnittenen Teile klebe ich mittels Dispersionsleim auf den Untergrund, wobei nur auf den Untergrund (Karton oder Sperrholz) der Leim aufgetragen wird und das Teil dann darauf aufgelegt und leicht angedrückt wird. Bei umgekehrter Reihenfolge, dass der Leim auf die Papierkopie aufgetragen wird, wellt und verzieht sich das Papier und wird auch weich, so dass das Teil keine exakten Abmessungen mehr hat. Die auf 3 mm Flugzeug-Sperrholz aufgeleimten Rippen dienen als Außenrippen bei der Herstellung der Rippen im Blockverfahren.


Bild 1: Die einzelnen Schablonen zur Fertigung des Modelles

Die größte Rippe des jeweiligen Blockes lege ich dann wiederum auf 3 mm Flugzeug-Sperrholz und zeichne die Umrisse mit einem nicht allzu spitzen Bleistift auf, so dass die Rippe außen herum etwa 1 mm größer als die Originalrippe ist. Diese größere Rippe verwende ich nun zum Ausschneiden der Rippen für den Rippenblock. Hierdurch wird der Abfall, gegenüber rechteckigen Zuschnitten, wesentlich kleiner und auch die Herstellung wird einfacher, da nur die überstehenden Bereiche abgeschliffen werden müssen. Im Jugendbereich verwende ich Balsaholz mit einem spezifischen Gewicht von 0,12 bis 0,15, das sind 2mm Brettchen von 24 bis 30 Gramm. Diese Brettchen sind nicht zu weich, aber auch noch nicht zu hart, so dass die Verarbeitung relativ einfach ist und keine zu hohe Bruchgefahr besteht.
Bei der Gruppenarbeit sollten die Schablonen aus Metall oder Platinenmaterial hergestellt werden, um eine längere Standzeit zu erreichen. Zur Herstellung des Rippenblockes werden in die Musterrippen noch je 2 Stück 1 mm Löcher gebohrt um die Nadeln durchführen zu können. Die Seiten werden nun mit einem Bleistift geschwärzt um einen Abschliff feststellen zu können, denn der Rippenblock darf nur bis an die Musterrippen abgeschliffen werden. Hierbei kann kein Filzstift verwendet werden, da dieser in die Holzporen eindringt und so der Abschliff nicht mehr sichtbar ist.

 
2. Rumpf.
Zuerst wird mit einer Dekupiersäge, bzw. der Laubsäge das Rumpfmittelteil ausgeschnitten. Hierzu ist ein 6 mm starkes, 7-fach abgesperrtes Okumésperrholz aus dem Baumarkt vollständig ausreichend. Das Material ist preisgünstig und erfüllt die Anforderungen vollständig. Das große Problem hierbei ist jedoch die Stärke. Einen passenden Rumpfstab von 6 mm in Kiefer gibt es im Bastelgeschäft nicht, sondern lediglich 5 x 10 mm. Sperrholz von 5 mm Stärke ist im Baumarkt nicht erhältlich, sondern nur 6 mm. 5 mm Flugzeugsperrholz gibt es im Internet, aber der Preis und die jeweilige Abgabemenge sind entsprechend hoch. Auch sind die Anforderungen an das Rumpf-Mittelstück des „Kleinen Kumpel II-B“ nicht so groß, dass dies gerechtfertigt ist. Aus diesem Grunde muss halt ein 5 mm Leitwerksträger in ein 6 mm Sperrholz eingeleimt werden, wobei die Differenz vermittelt werden muss, wenn das nicht geschieht, fliegt das Modell genau so gut. Vor dem Ausschneiden der Thermikzeitschalter-Aussparung ist festzulegen, welcher Zeitschalter zum Einbau kommen soll. Nachfolgend ist der Einbau des Winkler-Thieme-Zeitschalters vorgesehen.

 
Bild 2: Die Schablone ist zum Anzeichnen des Rumpfmittelstückes auf das Sperrholz geheftet.

Der Leitwerksträger wird am Ende auf 5 x 6 mm, mit einem Hobel, verjüngt, so dass ein geringeres Gewicht vorhanden ist und aus statischen Gründen ist dies ebenfalls vollständig ausreichend.


Bild 3: Der Leitwerksträger wird zum Ende zu etwas dünner gehobelt. Der Leitwerksträger wird zum Hobeln mittels der Halterung nach: "Bautipps", "Hilfsgeräte", Bild 22 gehalten.



Bild 4: Der Leitwerksträger wird in den Rumpfkopf eingeklebt und mit den Beschwerungsgewichten gemäß "Bautipps", "Hilfsgeräte", Bild 35, in der Lage gehalten.

Nach Zusammenkleben der beiden Teile, während der Trockenpause, können die Beplankungsteile für den Rumpfkopf ausgeschnitten werden. Hierbei ist bei dem Einbau eines Thieme-Timers, mit einer Einbautiefe von 14 mm, eine Beplankung von 4mm Stärke und bei einem Graupner-Timer mit einer Einbautiefe von 9,5 mm eine Beplankungsstärke von 2 mm, notwendig. Der Thieme-Timer ist schwerer, hat mehr Material und ist dementsprechend robust und langlebig. Bei den Graupner-Timern kommt es nach etwas längerer Laufzeit zum Ausschlagen der Lager und sind dann nicht mehr reparabel. Beide Timer haben auch jeweils andere Breitenabmessungen, so dass der Rumpfausschnitt entsprechend anzupassen ist. Die Baubeschreibung basiert auf dem Thieme-Timer. Mit Glimmschnur als Thermikbremsenauslöser arbeite ich bereits seit den 70iger Jahren des vergangenen Jahrhunderts nicht mehr, da ich hautnah dabei war, wie ein Getreidefeld durch ein zu früh gelandetes Modell angezündet wurde und nur durch das schnelle Anrücken der Feuerwehr das Abbrennen des gesamten Zeltlagers der Teilnehmer und weiterer Felder verhindert werden konnte. Der Modelleigentümer blieb auf dem Gesamtschaden sitzen, da es damals noch keine Haftpflicht-Versicherungspflicht gab. Beim nächten Wettbewerb hatten alle Teilnehmer die Modelle auf Zeituhren umgebaut.


Bild 5: Die Thermikzeitschalter im Vergleich. An den unterschiedlichen Schattenwürfen ist die Einbautiefe der Zeitschalter erkennbar. Links der Graupner-Zeitschalter, der in baugleicher Form auch von anderen Firmen vertrieben wurde und rechts der Winkler-Thieme-Zeitschalter.


Bild 6: Die Beplankung wird, je nach erforderlicher Stärke, auf den Rumpfkopf aufgeleimt.

Die Tragflächenauflage ist ein Balsabrettchen von 30 x 140 mm, mit querlaufender Faser. Hierbei ist darauf zu achten, dass das Holz nicht zu weich ist. Ein spezifisches Gewicht von 0,15 sollte hier nicht unterschritten werden, was einem Brettchengewicht von 30 Gramm entspricht. Auf dieses Brettchen ist jeweils bündig an der Seitenkante Balsaleisten, in einer Stärke von 2 mm und einer Größe von 5 x 140 mm aufzuleimen.


Bild 7: Das Tragflächenauflager wird auf einem Sperrholzbrettchen geleimt, um ein absolut gerades Auflager zu erhalten. Das Sperrholzbrettchen hat die Abmessungen: 180 x 45 x 8 mm und wird beim Bauen noch für Anderes gebraucht. 

Vor dem Aufkleben der Tragflächenauflage kann der Rumpf verschliffen werden, was einfacher ist als mit Flächenauflage. Zum Aufkleben auf den Rumpf ist dieser auf der Klebefläche mit Leim zu versehen und dann auf Hellingbrett mit der Flügelauflage aufzulegen. Der Rumpf wird mittels beiderseitig angelegten Holzklötzchen, wobei auch die Ständer gemäß „Bautipps“, Hilfsgeräte“, Bild: 58,  zur Anwendung kommen können, rechtwinklig gehalten.


Bild 8: Für das Anleimen der Flächenauflage ist ein absolut rechtwinkliger Sitz erforderlich. Aus diesem Grunde wird der Rumpf durch die  Stützen, während der Trockenphase, gehalten.

In der Trockenpause kann die Leitwerksauflage hergestellt werden. Diese besteht aus Abfällen der Hauptholme der Ohren. Hierbei werden 3 Stück von 30mm Länge gemäß Zeichnung geleimt. 2 Stück nebeneinander und das 3, auf eines der beiden obenauf, was dann am Modell vorne ist.


Bild 9: So wird die Leitwerksauflage aus Resten des Ohren-Hauptholmes zusammengeleimt.

Nach Trocknung wird das letztgeleimte Teil oben vorne mit dem Schleifklotz etwas abgerundet. Der Leitwerksträger wird nun fluchtgerecht an der im Plan eingezeichneten Stelle aufgeleimt, Hierzu wird der Rumpf wieder mit der Tragflächenauflage auf das Hellingbrett aufgelegt, so dass beide in der horizontalen Richtung genau fluchten. Bei der Leitwerksauflage ist noch darauf zu achten, dass dieser auch rechtwinklig zum Leitwerksträger steht.


Bild 10: Die Leitwerksauflage wird aufgeleimt. Hierzu befindet sich ein Strich in der Mitte der Helling und rechtwinklig dazu
im Bereich des Höhenleitwerksendes. Der Rumpf wird nun mittig auf die Längslinie aufgelegt und das Leitwerk parallel zu der rechtwinkligen Linie. Nach Angabe des Leimes an die Leitwerksauflage kann diese nun an der entsprechenden Stelle auf den Leitwerksträger aufgeleimt werden.


Bild 11: Das Ganze von hinten. Die aufgezeichneten Striche, zur Ausrichtung von Rumpf und Leitwerk, sind gut zu erkennen. 

 
 
3.Seitenleitwerk.
Das Seitenleitwerk wird aus 2mm Balsaholz ausgeschnitten, wobei darauf zu achten ist, dass es sich um ein Quarter-Grain-Schnitt handelt. Eine andere Schnittart bringt nicht die erforderliche Stabilität. Bei dem Seitenleitwerk ist die vordere Dämpfungsfläche vorn, oben und hinten abzurunden. Das Ruder ist vorne und oben abzurunden und hinten aerodynamisch anzuspitzen. Die Befestigung des Ruders an die Dämpfungsfläche erfolgt mittels wechselseitig angeleimter, 5mm breiten Stoffstreifen. Der Stoffstreifen, der an der Dämpfungsfläche links, hälftig angeleimt ist, wird an dem Ruder auf der rechten Hälfte angeleimt. Der nächste Streifen umgekehrt und das oben und unten, gemäß Zeichnung.


Bild 12: Die Stoffstreifen sind wechselseitig an die Seitenleitwerks-Dämpfungsfläche angeleimt. Gut zu erkennen ist, dass es sich bei dem Balsaholz um ein Quarter-grain handelt.



Bild 13: Das fertig angeleimte Ruder an die Dämpfungsfläche.
Bei dem Aufleimen auf den Leitwerksträger muss zuerst auf die Hirnkante und den Leitwerksträger Hartkleber aufgetragen werden. Nach Trocknung wird nochmals Leim angegeben und das Seitenleitwerkauf den Leitwerkträger aufgeleimt. Hierzu muss der Rumpf wieder mit Holzklötzchen senkrecht ausgerichtet werden und das Seitenleitwerk mit 2 Winkeln in der genauen Lage fixiert.

Bild 14:  Das Seitenleitwerk ist auf den Rumpf aufgeleimt. Der Rumpf ist mit den beiden Stützen fixiert und das Seitenleitwerk wird mittels 2er  Winkel gehalten.

Bei der Tragflächenauflage, der Höhenleitwerksauflage und dem Seitenleitwerk sollten die Klebestellen noch gut mit Harkleber vermufft werden.
Anschließend kann der Rumpf verschliffen und mit einem Porenfüller gestrichen werden. Im Normalfall wird für Leistungs-Flugmodelle Zaponlack verwendet, da dieser sehr leicht, jedoch auch etwas teurer ist. Für dieses Modell kann jedoch auch der etwas billigere Schnellschliffgrund verwendet werden. Dieser ist etwas schwerer, hat aber dafür eine bessere Füllkraft. Nach Trocknung des Anstriches wird der Rumpf mit scharfem 180iger Schleifpapier überschliffen und nochmals mit Schnellschliffgrund gestrichen.
Nun werden die Löcher für die 4 mm Bucherundstäbe für die Tragflächengummis gebohrt und die Rundstäbe eingeleimt.
Bevor das Modell im Hochstart geflogen werden soll, ist es ratsam, dass auf dem Rumpf ein Namensschild angebracht wird, denn das Wegfliegen nach dem Hochstart ist auch mit Thermikzeitschaltuhr nie ausgeschlossen. Der ideale Ort zur Anbringung des Namensschildes ist die Rückseite der Thermikzeitschaltruhr, so dass hier das vorhandene Loch geschlossen ist, was auch aerodynamische Verteile durch geringere Verwirbelungen mit sich bringt. 



4.Tragfläche
Das Profil der Tragfläche ist so konstruiert, dass eine handelsübliche Nasenleiste 8 x 10 mm und ein Endleiste von 5 x 20 mm in der Form genau passt. Aus diesem Grunde hat das Profil bei 140 mm Tragflächentiefe eine geringere prozentuale Höhe als bei dem Profil mit 120 mm Länge, um unnötige Schleifarbeiten zu vermeiden. Bei der Fläche werden zuerst die Rippen mit der etwas größeren Schneideschablone ausgeschnitten, insgesamt 36 Stück.


Bild 15: Mittels der Schneidschablone werden die Rippen grob vorgeschnitten

Für das Mittelstück werden nun 18 Rippen zu einem Block zusammengefügt. Beiderseits wird eine Musterrippe beigelegt und die Rippen werden nun mittel 4 Dekorationsstifte zusammengesteckt.

 
Bild 16: Die mittels Stiften zusammengesetzten Rippenblöcke. Bei dem konischen Rippenblock für die Ohren ist eine Rippe weniger, da die Außenrippe mittels der Schablone geschnitten werden muss. 


Bild 17: Der Rippenblock ist zur Weiterverarbeitung im Schraubstock eingespannt.

Das Ganze wird nun mit einem Schleifklotz mit aufgeklebtem 100 er Papier überschliffen, so dass alle Rippen gleich sind. Der auf der Musterrippe vorhandene Bleistiftstrich darf nicht abgeschliffen werden, es darf aber auch kein Material darüber stehen. Der Hauptholmausschnitt wird mit einer kleinen Säge ausgeschnitten und mit einer Schlüsselfeile so nachgearbeitet, dass der Holm genau passt. In der gleichen Art werden nun die Rippen für die Ohren geschliffen, wobei zu beachten ist, dass ein rechter und ein linker Block, mit je 8 Rippen, benötigt wird. Die Endrippe kann nicht im Block hergestellt werden und muss einzeln mit der Schablone geschnitten werden, da die Größe der Endrippe genau der Schablone entspricht. Eine Rippe im Block hergestellt ist jedoch bereits größer. Die Einschnitte für die Aufnahme der Hauptholme muss mit dem entsprechenden Hauptholmen auf Passgenauigkeit überprüft werden.


Bild 18: Die fertigen Rippenblöcke, des Mittelstückes und des linken Ohres, mit den erforderlichen Werkzeugen. Die Rippen des rechten Ohres werden mit den Musterrippen, die jetzt noch an den Rippen des linken Ohres sind, gefertigt.



Bild 19: Die Endrippen der Ohren werden mittels der Schablonen geschnitten

Bei der Beschaffung der Endleisten hatte ich das Problem, dass ich eine Leiste aus Quarter-grain haben wollte, da diese sich durch den Hartkleber und die Bespannung nicht wölbt. Jedoch war in 5 von mir besuchten Fachgeschäften keine einzige Endleiste in dieser Schnittart erhältlich, auch in den dort vorhandenen anderen Abmessungen nicht. So musste ich mit den vorhandenen Leisten vorlieb nehmen. Eine andere Möglichkeit wäre das Selbstmachen, wozu dann eine Schleifvorrichtung speziell für die Abmessung, gemäß Bild 59, "Bautipps","Hilfsgeräte" hergestellt werden muss. Aber das lohnt sich nur bei Hochleistungsmodellen mit sehr dünner Endleiste und einer bestimmten, gewünschten Härte, oder um die Endleisten kostengünstiger herzustellen. 
Anschließend werden die Nasen- und Endleiste des Mittelstückes von Länge geschnitten, wobei ein Übermaß von je 2 mm an den Enden zum späteren Anschleifen der Schräge notwendig ist. Die Nasen- und Endleisten für die Ohren werden am Knick ebenfalls mit 2 mm Übermaß, am Flächenende jedoch mit je 1 cm Übermaß geschnitten. Hierdurch kann am Flächenende ebenfalls ein Schlitz für die Endrippe eingeschnitten werden, was wesentlich genauer ist, als die Leisten auf das genaue Maß zu schneiden und dann einen Falz für die Rippe einzuschneiden. Bezüglich der Wahl der Nasenleiste gibt es derzeit Probleme. Bedingt durch den Konkurs der Fa. Graupner sind die Nasenleisten 8 x 8 und 12 x 10 mm, als Normalprofil, nicht mehr erhältlich, bzw. nur noch einige wenige Restexemplare. Die von verschiedenen Firmen noch vertriebene Nasenleiste 8 x 10 mm hat unten und innen keinen rechten  Winkel zueinander und muss somit mit Hilfe einer Hilfsleiste rechtwinklig auf der Helling befestigt werden. Ein weitere Problem war bei mir die Härte dieser letztgenannten Nasenleisten. Ein Dekorationsstift war ohne Vorbohren, mit 1,0 mm Bohrer, nicht durch zu bekommen. Bei dieser Nasenleiste stimmt natürlich das vorgesehene Profil des "Kleinen UHU" nicht mehr und musste vorne etwas verdickt werden, so dass ein größerer Nasenradius entstanden ist, was sich auf die Flugleistungen geringfügig auswirkt.


Bild 20: Stichsäge mit Vorrichtung zum Schneiden der Rippenschlitze der Nasen- und Endleisten. Die Tiefe der Schlitze ist stufenlos verstellbar. Bei harten Hölzern wird der Schlitz etwas schmäler als bei weichen Balsahölzerrn. Aus diesem Grunde ist es möglich, dass die Rippen, in diesem Falle, etwas angeschliffen werden müssen.

Die an den Ohren überstehenden 1 cm werden später abgeschnitten. Beim Schneiden der Nasen- und Endleisten ist zu beachten, dass bei unterschiedlichen Gewichten der beiden jeweils erforderlichen Leisten in das Mittelteil die schwereren eingebaut und die Ohren mit leichteren Leisten gebaut werden. Für meinem Prototyp waren in dem Bastelgeschäft nur noch je 2 Leisten zu erhalten, je eine leicht und die jeweils andere extrem schwer. Sollte eine Seite durch falschen Einbau schwerer werden, muss die leichtere Seite mittels Ballast entsprechend beschwert werden, was Gewicht und auch ein höheres Trägheitsmoment mit sich bringt. Aus diesem Grunde, beide Seiten bereits beim Bau gleich schwer machen.
Nun werden die Schlitze für die Rippen in Nasen- und Endleiste angezeichnet und entweder mittels des Handschneidegerätes, siehe: „Bautipps“, „Hilfsgeräte“ Bild: 45 oder mittels Stichsäge, Bild: 56 und 57 eingeschnitten. Da im Regelfall die Endleisten sägerauh sind, sollten diese noch entsprechend geschliffen werden.
Der Zusammenbau der Flächen erfolgt auf einem Hellingbrett. Auf dieses wird der Plan mittels Reißbrettstiften befestigt. Darauf kommt eine Folie, die ebenfalls mittels Reißbrettstiften befestigt wird.


Bild 21: Der Plan ist auf das Hellingbrett mittels Reißbrettstiften geheftet. Darüber ein Abdeckfolie aus den Baumarkt, ebenfalls mittels Reßbrettstiften befestigt. 



Bild 22: Der Bauablauf der Tragfläche. Oben links die auf die Helling aufgestiftete Nasen- und Endleiste. Rechtes Bild oben: Die Rippen sind eingeleimt. Unten: In das Mittelstück ist auch der Hauptholm eingeleimt.

Dann werden die Nasenleiste des Mittelstückes auf dem Plan mittels Dekorationsstiften angeheftet.


Bild 23: Die Nasenleisten 8 x 10 haben keinen rechten Winkel zwischen Unterkante und Innenseite und müssen daher mittels einer rechtwinkligen Holzleiste auf das Hellingbrett aufgestiftet werden. Bei mir kam noch hinzu, dass die Nasenleiste so hart war, dass diese zum Einbringen der Dekostifte mit 1 mm vorgebohrt werden musste. Weichere Nasenleisten waren derzeit nicht erhältlich.

Das Gleiche erfolgt mit der Endleiste. Nun werden die Rippen, unter Zugabe von Hartkleber, von oben, in die Schlitze eingeschoben. Die jeweiligen Knickrippen werden später gekürzt und mit einem größeren Hauptholmschlitz versehen und nach Zusammensetzten der Fläche eingeleimt. Anschließend werden die Aussparungen der Rippen für den Hauptholm ebenfalls mit Leim versehen und der von Länge, auch mit geringem Überstand, geschnittene Hauptholm 5 x 5 mm wird in die Aussparungen geschoben.
Das Gleiche erfolgt nun mit den beiden Ohren. Nur hat hier der Hauptholm die Abmessungen 3 x 5 mm.
Nach Trocknung der Leimstellen werden nun die Teile von der Helling genommen und die Schrägen der V-Form angeschliffen. Hierzu ist die Schleiflade gemäß „Bautipps“, „Hilfsgeräte“ Bild: 7, auf 7,5 Grad einzustellen und dann können die Stöße an dem Knick absolut genau geschliffen werden.

 
Bild 24: Mit der Schleiflade werden die Schrägen des Flächenknicks angeschliffen.

An der Endrippe sind die überstehenden Nasen- und Endleisten mit etwas Überstand abzuschneiden und können mittels der Schleiflade, eingestellt auf 0 Grad, absolut winklig geschliffen werden. Damit die Knicke mit der Schleiflade geschliffen werden können, ist bei meinen Modellen immer, entweder die Nasen- oder Endleiste zu den Rippen rechtwinklig angeordnet.


Bild 25: Die Flächenenden werden rechtwinklig zum Ankleben der Randbögen geschliffen.



Bild 26: Die beiden Stützen für die Ohren, 8 cm hoch.

Vor dem Zusammenkleben der Einzelteile der Tragfläche sollten diese noch überschliffen werden, denn in dem jetzigen Zustand mit ebenen Flächen und auf der Helling aufliegend, ist dies wesentlich einfacher als nach den Zusammenbau. Zum Zusammenleimen der Tragfläche sind für die Ohren Untersteller in einer Höhe von 80 mm erforderlich, gemäß "Bautipps", "Hilfsgeräte", Bild 58. Zum Zusammenbau wird das Mittelteil wieder auf dem Plan angeheftet. An die Klebestellen wird, wie bei Hirnholzleimungen üblich, beiderseits Leim angegeben und trocknen lassen. Dann wird wieder Leim angegeben und die Teile werden zusammengefügt. Die Ohren werden kurz hinter der Knickstelle mittels Dekorationsstiften auf der Helling befestigt.


Bild 27: Die zusammengesetzte Fläche mit den beiden Stützen. Die Knickverstärkungen sind bereits eingeklebt.

Anschließend können die Knick-Verstärkungen angeleimt werden. An dem Hauptholm beiderseits, oben sind sie bündig, unten stehen die Verstärkungen etwas über und an der Nasen- wie auch an der Endleiste sind die Verstärkungen anzuleimen.


Bild 28: die ausgeschnittenen Knickverstärkungen für Nasenleiste, Hauptholm und Endleiste.



Bild 29: Die Knickverstärkungen werden angeleimt. Bedingt durch die Aufnahme ist eine Verzerrung eingetreten, so dass man der Meinung ist, die Ohren wären parallel und nicht konisch.

An den Endrippen können die Randbögen ebenfalls angeleimt werden.


Bild 30: Die Randbögen werden angeleimt.

Nach Leimtrocknung wird das Ganze von der Helling genommen und die Knickrippen können, laut Plan, Schnitt C-C, eingepasst und eingeleimt werden.



Bild 31: Die Knickrippen werden aus den im Block hergestellten Rippen geschnitten. Hierzu müssen die Aussparungen vergrößert und die Rippen vorne und hinten entsprechend gekürzt werden.



Bild 32: Die Knickverstärkung von unten gesehen. Beim Hauptholm stehen diese Verstärkungen über. Die beiden Knickrippen sind eingeleimt.

In das mittlere Feld wird nun oben und unten, 2 mm Balsa, Faser quer, eingeleimt. Unten als Auflage auf den Rumpf und oben als Schutz für das Aufspannen der Halte-Gummis.


Bild 33: Einleimen der Mittelbeplankung. Das Balsaholz mit querliegender Faser wird oben bündig eingeleimt und mit Glaskopfstecknadeln in der Höhe gehalten.

Nach dem Verschleifen der Beplankung wird an der Hinterkante der Endleiste, im mittleren Bereich, noch ein 0,8 mm Stahldraht, mittels Gewebeband angeleimt, als Schutz gegen die einschneidende Wirkung der Haltegummis.



Bild 34: Der im Mittelbereich, mittels Gewebeband, befestigte 0,8 mm Stahldraht.

Nach dem Fein-Verschleifen der Tragfläche ist diese zum Anstrich fertig. Der Anstrich erfolgt mit Schnellschliffgrund, wobei die Fläche 2x gestrichen wird und zwischen den Anstrichen wird das Modell auf den Außenseiten, auf denen das Bespann-Papier aufgebracht wird, mit scharfem 180iger Schleifpapier geschliffen. Die Bespannung sollte in jedem Fall mit Papier oder Vlies erfolgen, wozu ich auf meine Ausführungen unter „Bautipps“, „Bespannen“ verweise.
 
5.Höhenleitwerk.
Das Höhenleitwerk wird aus 2 mm Balsa ausgeschnitten. Hierbei ist kein Quarter Grain zu verwenden, da dieses sich schlecht biegen lässt, ohne zu brechen. Zu beachten ist, dass das spezifische Gewicht nicht zu hoch ist, da das Mehrgewicht durch das 2,5-fache an Gewicht, infolge des Hebelarmes, ausgeglichen werden muss. Das heißt 10 Gramm Mehrgewicht im hinteren Bereich ergibt 25 Gramm an Ballastgewicht, also insgesamt 35 Gramm Mehrgewicht, was bereits für dieses Modell beachtlich ist und fast 2 Gramm an Flächenbelastung bringt. Ein zu geringes spezifisches Gewicht ergibt ein instabiles Leitwerk, das bei einer etwas härteren Landung brechen kann oder beim Hochstart zu flattern beginnt. Hier sollte das Brettchen um die 25 Gramm wiegen.
Das Brettchen wird vorne gerundet und hinten von unten spitz zugeschliffen, gemäß Zeichnung.
Die 4 Rippen sind unter zu leimen, so dass hierdurch das Profil der gewölbten Platte entsteht. Die eingezeichnet Rippe ist die Innenrippe. Die Außenrippe ist entsprechend zu kürzen. Eine aerodynamische Verbesserung ist, wenn die Rippen vorne und unten gerundet und hinten angespitzt werden. Die Rippen dürfen vor dem Anleimen unten nicht gerundet werden, da dies zu Problemen beim Ansetzen der Klammern führen würde.


Bild 35: Die Rippen des Höhenleitwerkes werden mittels der Schablone ausgeschnitten. Hierbei sollte ein Quarter-grain Balsa verwendet werden. 

 
Bild 36: An das Höhenleitwerk werden die Rippen angeleimt. Die Klammern sollten hierbei keinen allzu großen Druck ausüben um die Rippen nicht zusammen zu drücken. Hier sind Holzklammern zu sehen, die eine geringere Druckkraft als Plastikklammern ausüben.

In der Mitte wird unten an der Vorderkante zwischen den Rippen noch ein Abfallstück des Hauptholmes der Ohren zur Verstärkung untergeleimt. Im hinteren Bereich wird ebenfalls unten ein Balsastückchen von 30x20 mm zwischen die Rippen eingeleimt.

 
Bild 37: Am Höhenleitwerk wird vorne ein Reststück des Ohren-Hauptholmes, als Auflager, angeleimt. Dies muss mittels Lineal kontrolliert werden, dass es auch rechtwinklig zur Achse und somit parallel zur Hinterkante, sitzt, damit das Leitwerk entsprechend ausgerichtet ist. Hinten wird ein 2 mm Balsastückchen zwischen die Rippen geleimt.

Genau in der Mitte des untergeleimten Balsastückchens wird ein 2,5 mm Loch gebohrt. Anschließend wird das Loch mit Hartkleber gefüllt und von oben, genau senkrecht, eine M3 - Kunststoffschraube eingedreht. Dann muss das Ganze etwa 24 Stunden aushärten. Nach dem Aushärten hat sich ein Gewinde gebildet und mittels der Kunststoffschraube lässt sich das Höhenleitwerk sehr feinfühlig einregulieren und die Einstellwinkeldifferenz verstellen.



Bild 38: Die M3 Kunststoffschraube ist einfach, unter Zugabe von Hartkleber, in das Höhenleitwerk eingedreht.

 
6.Anlenkungen
 
6.1 Höhenleitwerk
Das Höhenleitwerk wird mittels eines Gummis befestigt. Hierfür ist ein U-förmiger 0,8 mm Stahldraht gemäß Zeichnung zu biegen, der an der Unterseite des Höhenleitwerkes mittels Gewebeband angeleimt ist und nach oben über die Oberseite des Leitwerkes ca. 10 mm übersteht. Das hieran befestigte Gummi hat die Aufgabe das Leitwerk, nach Auslösung des Timers, nach oben zu ziehen. Auf der Unterseite des Leitwerksträgers müssen noch Röhrchen angeleimt werden, durch das die Schnur für die Thermikbremse geführt wird.



Bild 39: Die Anlenkungsteile für das Höhenleitwerk, hier nur lose aufgelegt. Der hintere Haken wird mittels Gewebestreifen und Hartkleber aufgeklebt. Das vordere Teil wird von unten nach oben durch das Leitwerk gesteckt und unten ebenfalls mittels Gewebeband festgeklebt.
 
Am hinteren Ende des Höhenleitwerkes wird ein nach dem Plan gebogener 0,8 mm Stahldraht oben mittels Gewebestreifen aufgeleimt. Als Kleber dient hier Hartkleber. Als Gewebesteifen verwende ich Dekorationsband 25 mm breit aus Bastelgeschäften, das eigentlich zum Binden von Schleifen an Geschenken gedacht ist. Der Leitwerksträger wird hinten, unten abgerundet und über die Rundung wird ein 2,0 mm Alurohr gebogen, wobei Knicks im Rohr vermieden werden müssen. Dieses Röhrchen wird ebenfalls, mittels Hartkleber, angeleimt.Das Ablängen der Aluröhrchen geschieht unter einem hin und her geschobenen Messer. Das Höhenleitwerk wird nun mittels einer 0,3 mm Nylonschnur mit dem Timer verbunden. Zur Führung der Nylonschnur ist unter dem Leitwerksträger noch ein weiteres Röhrchen anzuleimen. Genau 10 cm von dem Haken des Timers entfernt ist ein weiteres Röhrchen anzuleimen. Diese Entfernung ist die Höhe wie das Höhenleitwerk nach oben ausschlagen kann und entspricht einem Winkel von 45 Grad. Bei diesem Winkel des Höhenleitwerkes fällt das Modell langsam, wie ein Fahrstuhl nach unten. An die Schnur sind an die Enden 2 mm Unterlegscheiben anzuknoten. Ich verwende hierzu Unterlegscheiben M2 DIN 9021, da diese einen etwas größeren Außendurchmesser haben und daher besser zu greifen sind. Die Knoten der Nylonschnur sichere ich noch mit Hartkleber. Die Schnurlänge ist gerade so lang zu machen, dass das Höhenleitwerk, bei in den Hebel des Timers eingehängte Schnur, das Leitwerk mit der Schraube auf dem Leitwerksträger aufliegt und die Schnur nicht zu stark gespannt ist.
Die Funktion ist folgende: Vor dem Start wird der Thermikzeitschalter auf die gewünschte Flugzeit eingestellt und die Schnur für das Höhenleitwerk mit der Unterlegscheibe in den Hebel des Zeitschalters eingehängt. Hierdurch wird das Höhenleitwerk in die Flugstellung gebracht. Der Zeitschalter wird abgestellt, indem die Leine in den Stift eingehängt wird. Nach Ablauf der vorgesehenen Flugzeit lässt die Scheibe am Zeitschalter den Hebel frei und die Unterlegscheibe kann bis zu dem 1. Röhrchen zurückschnellen, was durch das Gummi am Höhenleitwerk geschieht und das Höhenleitwerk nimmt eine 45 Grad Stellung ein. Dann pumpt das Modell 1 bis 2 mal und geht anschließend in einen Sackflug über. Hoffentlich ist dann die Steiggeschwindigkeit der Thermikblase nicht höher als die Sinkgeschwindigkeit des Modelles, denn sonst geht es trotz ausgelöster Tehrmikbremse aufwärts, nach oben den Wolken zu, was in meiner Laufbahn bereits 3 x bei Wettbewerben der Fall war und jedes Mal war das Modell weg und ich wurde nie benachrichtigt, dass das Modell gefunden sei.
 
6.2 Seitenleitwerk
Für die Anlenkung des Seitenleitwerkes ist ein 0,8 mm Stahldraht entsprechend der Zeichnung zu biegen und am Ruder mit Hartkleber zu befestigen.


Bild 40: Die Seitenruder-Anlenkung mit den erforderlichen Werkzeugen: Rundzange, Flachzange und Vornschneider für Piano-Draht


Bild 41: Die Anlenkung des Seitenleitwerks von oben gesehen.Hier für Rechtskurve. Bei Linkskurve ist das Ganze umgekehrt einzubauen

Wie der Stahldraht an das Ruder geklebt wird, hängt von der gewünschten Flugkreisrichtung ab. Auf dem Plan ist das Modell mit Rechtskreis dargestellt. Hierbei ist der 0,3 mm starke Nylonfaden mit der linken Seite des Ruders verbunden. Dieser Nylonfaden wird mit 2,0 mm Aluröhrchen zu einem Stift an der Unterseite des Rumpfes, genau im Schwerpunkt des Modelles, geführt. Der Faden wird an den Stahldraht des Ruders angeknotet und am Stift eine Unterlegscheibe 2 mm angeknotet. Die Länge des Fadens muss so sein, dass das Ruder bei eingehängter Unterlegscheibe genau gerade steht und die Schnur noch eine geringe Spannung aufweist. Sollte das Modell im Hochstart nach einer Richtung ausbrechen, kann der Stahldraht entsprechend gebogen werden. Auf der anderen Seite des Ruders wird ein Gummiband angebracht, das vorne am Seitenruder mit einem Dekorationsstift befestigt wird und das Ruder in eine Kreisstellung bringt. Der Kurvendurchmesser kann durch Biegen des Stahldrahtes eingestellt werden. Der Stift unter dem Schwerpunkt ist ein Dekorationsstift bei dem der Kopf abgezwickt wurde. Das abgezwickte Ende muss durch Schleifen gerundet werden und darf keinen Grat aufweisen bei dem die Unterlegscheiben hängen bleiben könnten, was zu Problemen beim Ausklinken führt. Der Stift muss genau unter dem Schwerpunkt liegen, da andernfalls beim Ausklinken ein Moment entsteht, welches das Modell zum Pumpen bringt und somit einen Höhenverlust nach sich zieht.
Die Funktion ist folgende: An der Hochstartleine ist kurz unter dem Hochstartring die vorgeschriebene Fahne befestigt. Weiter zum Ende der Hochstartleine ist der Hochstartring angebracht und in ca.10 cm Entfernung, ganz am Ende, ist eine 2 mm Unterlegscheibe angeknotet. Beim Start wird der Hochstartring in den Hochstarthaken eingehängt und dann die an der Hochstartleine befestigte Unterlegscheibe in den Stift eingeschoben. Anschließend wird die Unterlegscheibe vom Seitenruder eingehängt. Somit ist das Seitenruder für den Hochstart gerade ausgerichtet und das Modell kann nicht ausbrechen. Nach erfolgtem Hochstart fällt der Hochstartring aus dem Haken und die Unterlegscheibe zur Anlenkung des Seitenruders wird aus dem Stift gezogen, so dass durch das Gummi am Seitenruder die vorgesehene Flugkurve eingeleitet wird. Wie in verschiedenen Katalogen und Beschreibungen propagiert, dass bei entsprechender Kurveneinstellung das Modell stets in Sichtweite bleibt, gilt nur bei sehr geringem Wind, bei dem der Hochstart dann auch, wegen der höheren Laufgeschwindigkeit, problematisch ist. Bei nur 5 m/s Windgeschwindigkeit und 180 s Flugzeit beträgt der Versatz bereits 900 m, mit eingestellter Kurvensteuerung.



Bild 42: Höhenleitwerk und Seitenleitwerk fertig angelenkt. Die im hinteren Haken eingehängte Unterlegscheibe führt zum Thermikzeitschalter. Das vorne befindliche Gummi sorgt für das Hochklappen des Höhenleitwerkes und muss dementsprechend genügend Zugkraft aufweisen. Unter dem Leitwerksträger ist ein Röhrchen anzuleimen, damit der zur Thermikbremse führende Faden nicht durch das Gummi eingeklemmt wird.



Bild 43: Das Ganze von der anderen Seite gesehen. Am Seitenleitwerk ist der Gummiring, der das Ruder in Kurvenstellung bringen soll. Der Gummiring ist vorne am Seitenleitwerk mit einem Stift befestigt.
 


Bild 44: So sieht das Ganze von unten aus. 


6.3 Anlenkung zum Thermik-Zeitschalter
Eine weitere Möglichkeit ist die Steuerung des Timers, der dann erst anläuft, wenn das Modell ausklinkt. Hierzu ist es erforderlich, dass der Ausschalthebel des Timers leichtgängig gemacht wird, so dass er durch eine kleine Feder bewegt werden kann. Dies ist unter Kapitel 11 detailliert beschrieben. An den Hebel des Timers wird ein Nylonfaden geknotet, der ebenfalls zu dem Stift unter dem Schwerpunkt führt und dort wieder an einer 2 mm Unterlegscheibe endet.
Vor dem Hochstart wird nun die Thermik-Zeituhr aufgezogen und durch Einhängen der Unterlegscheibe in den Stift ausgeschaltet und läuft erst nach erfolgtem Hochstart und Freigabe des Modelles an, so dass die erforderliche Flugzeit sehr genau eingestellt werden kann und kein Sicherheitszuschläge für den Hochstart erfolgen müssen, die dann gegebenenfalls höhere Flugzeiten und längere Rückholstrecken ergeben. Für mich ist jedoch relevant, dass das Vergessen des Einschaltens der Uhr vor dem Hochstart bei plötzlichem Erscheinen eines Thermikschlauches und der entstehenden Hektik eines sofortigen Startes entfällt, was im Trubel eines Wettbewerbes sehr häufig vorkommt und nicht nur bei Jugendlichen, die vor dem Start etwas aufgeregter sind, sondern auch Erwachsenen mit jahrzehntelanger Freiflug-Erfahrung kann das passieren. Aus diesem Grunde habe ich in den von mir geleiteten Jugendgruppen stets eine automatische Einschaltung der Thermikuhr eingebaut, so dass relativ wenige Flugausfälle durch Wegfliegen der Modelle zu verzeichnen waren. Der Mehraufwand ist sehr gering. Der Stift ist sowieso für die Kurve vorhanden und der Umbau der Graupner Zeitschalter war innerhalb kurzer Zeit gemacht, es musste lediglich der Niet des Hebels etwas gelockert werden, so dass nur noch die Feder, die Führungsröhrchen und die Leine eingebaut werden mussten. 
Bei der geschilderten Möglichkeit der Anlenkung des Timers, ist das Modell zum Start vollständig fertig eingestellt. Der Starter hat die Startwinde in der Hand, der Helfer das Modell und beide warten entspannt auf den günstigsten Startzeitpunkt. Ist dieser gegeben, erfolgt auf ein Zeichen hin der sofortige Start und alles Weitere läuft automatisch ab, denn beim Anschluss oder Nichtanschluss an einen abgehenden Thermikschlauch entscheiden oft 1/10tel Sekunden.


Bild 44: Der fertige Rumpfkopf mit Winkler-Thieme-Thermikzeitschaltuhr. Die Uhr wird mittels Faden, der mit einer Unterlegscheibe in einen Stift im Schwerpunkt eingehängt ist ausgeschaltet. Sobald die Unterlegscheibe  beim Start aus dem Stift gezogen wird, zieht die Feder den Abstellhebel nach vorne auf "Ein" und die Uhr fängt an zu laufen. 


7.Bespannen
Zum Bespannen verweise ich auf die Abhandlung unter: "Bautipps", "Bespannen", sowie unter die bei dem "Kleinen UHU" gemachten Ausführungen


Bild 45: Das Polyester-Bespannvlies ist trocken aufgebracht. Es könnte etwas exakter sein, aber durch Überföhnen mit einem Heißluftföhn, wie bei mir z. B. mit einem 2000 Watt Steinel-Föhn, auf der Heizstufe 1,8, Gebläse auf Stufe 1, Entfernung des Föhnes ca.6 bis 8 cm, gehen die Wellen leicht heraus und das Vliesmaterial wird absolut straff. Man braucht auch keine Angst zu haben, dass das Material durch die Hitze beschädigt wird. Bei mir hat bei einem Versuch auf meinem Versuchsrahmen, bei welchem der Föhn 30 Sekunden auf die gleiche Stelle gehalten wurde, keinerlei Beschädigung des Bespannmateriales ergeben. 



Bild 46: So sieht die gleiche Stelle nach dem Föhnen aus. Den Rest macht der Spannlack.


8. Farbgebung
Sehr oft wird mit unlackierten Modellen geflogen, aber diese bringen Verzugsprobleme mit sich, denn die Wettbewerbe finden nicht nur bei schönem Wetter statt, sondern auch bei Regen. Wenn ein Teilnehmer fast 1000 km von einem Ende Deutschlands zum anderne Ende fahren muss, ist das Wetter irrelevant und der Wettbewerb wird auch bei Regen geflogen. Bei der Farbgebung geht es ausschließlich um das Sehen des Modelles, nur an 2. Stelle um die Schönheit. Ferner ist auch zu beachten, dass die Farbe ein Mehr an Gewicht bringt. Bekanntlich ist rot am leichtesten, da es am besten deckt und weiß, die schwerste Farbe, was schon einige Gramm Unterschied ist. Mit dem Pinsel gestrichen werden, sollte ein Modell nie, da hierbei die Farbe zu dick aufgetragen wird, sondern nur dünn gespritzt. Hierbei ist darauf zu achten, dass als Verdünnungsmittel der Farben keine Nitro-Verdünnung, Aceton oder ähnliches zur Anwendung kommt, da diese Lösungsmittel den Spannlack anlösen und so diesen in seiner Wirkung beeinträchtigen. Es sollten nur wasserlösliche Lacke oder mit Terpentin verdünnte Kunstharzlacke Verwendung finden. Bei der Farbgestaltung sollte auch beachtet werden dass 25 % der Männer und Jungen nicht nur eine angeborene rot-grün-Sehschwäche haben, sondern teilweise rot-grün blind sind, so dass diese also ein rotes Modell in einer grünen Wiese nur schlecht oder gar nicht ausmachen können. Ein helles Modell ist unter den weißen Wolken nach einiger Entfernung nicht mehr zu sehen und dann hört man die Mitteilung der beiden Zeitnehmer: "Das Modell ist nicht mehr erkennbar" und die Flugzeit wird abgestoppt. Hierbei ist zu beachten, dass bei lediglich 3 m/s Windgeschwindigkeit nach 60 Sekunden bereits ein Versatz von 200 m erfolgt ist und ein helles Modell, unter hellem Himmel, dann nicht mehr auszumachen ist. Bei dunklen Modellen, die am Himmel besser zu sehen sind, entsteht ein Problem, wenn dieses vor einen dunklen Wald fliegt und dann nicht mehr zu sehen sind. Aus diesem Grunde ist auch ein hellerer Bereich vorzusehen. So könnten die Ohren in einer Signalfarbe gehalten werden, so dass der Kontrast bei hellen und bei dunklen Bereichen gegeben ist. Bei dunklen Modellen ist auch ein thermisches Problem vorhanden. Diese Modelle, in der prallen Sonne und dann noch auf dem Feuchtigkeit abgebenden Boden liegend, muss in jedem Fall Verzüge mit sich bringen. Aus diesem Grunde sollten Modelle im Wettbewerb auf eine Folie gelegt werden und mit einem Sonnensegel gegen die pralle Sonneneinstrahlung geschützt werden. Bei Regen sind die Modelle ebenfalls gegen Feuchtigkeit zu schützen. Ein weiterer Punkt der Farbgebung ist die Zuordnung zum Wettbewerbsteilnehmer. Bei mir waren alle Modelle in Rumpf schwarz und Flächen orange gehalten, so dass jeder wusste dass dieses Modell mir gehört und ich musste diese Modelle relativ selten selbst zurückholen. Die Modelle wurden mir meist gebracht.  Es gab natürlich aber auch Wettbewerbsteilnehmer, die es nicht haben wollen, dass ihre Modelle von Anderen zurück gebracht wurden, da sie befürchteten, dass die am Modell eingebauten Neuerungen ausspioniert werden könnten, was jedoch sehr selten vorkam.


9. Einfliegen und Hochstart
Vor dem Einfliegen ist es notwendig, dass das Modell komplett kontrolliert wird. hierzu sind die Flächen auf Verzüge zu überprüfen. Sollte die Tragfläche einen Verzug aufweisen, so ist die Beseitigung des Verzugen unter "Bautipps",  "Bespannen", beschrieben. Dass beide Flächenseiten gleich schwer sind, ist ebenfalls zu prüfen, da im Regelfall, trotz peinlicher Sorgfalt und Wiegen der Einzelteile immer an Ende eine Flächenhälfte schwerer als die andere Hälfte ist und eine entsprechende Auswiegung stattfinden muss. Hierzu ist die Tragfläche genau in der Mitte auf eine schmale Leiste zu legen und die leichtere Seite muss am Randbogen mittels Bleikügelchen so lange beschwert werden, bis beine Hälften gleich schwer sind und die Tragfläche im Gleichgewicht ist. Idealerweise ist der Ballast im Flächenhälftenschwerpunkt anzubringen, da bei der beschriebenen Methode das Trägheitsmoment der beschwerten Fläche größer wird und die Kurvenneigung damit abnimmt. Jedoch ist dann etwa das doppelte an Gewicht einzubauen, was für ein Anfängermodell nicht notwendig ist.


Bild 47: So sieht der Randbogen mit den eingebauten Bleikügelchen aus. Die Löcher werden mit einem Vorstecher gemacht, dann kommt Hartkleber in das Loch und das Kügelchen wird eingepresst. Zum Schluss werden alle Kügelchen mit einer Hartkleberschicht überzogen.

Auch der Schwerpunkt muss genau stimmt. Hierzu ist das Modell genau im Schwerpunkt bzw. der Querachse zu unterstützen und dann durch Zugabe von Trimmblei in die Bleikammer so auszutrimmen, dass die Rumpfspitze leicht nach unten hängt. Bei dem Modell mussten 22 Gramm Trimmblei in die Bleikammer eingebracht werden. Ist das Modell richtig ausgetrimmt, muss das Ballastblei festgeklebt werden. Hierzu sind einige Tropfen Leim in die Bleikammer zu geben und der Rumpf so lange zu schütteln bis der Leim verteilt ist. Das Blei sollte dann in der Rumpfspitze sein und der Rumpf mit der Spitze nach unten zum Trockenen aufgestellt werden. Sollten die Bleikügelchen nicht festgeleimt sein, rollen diese beim Hochstart nach hinten, das Modell wird schwanzlastig und bei jedem Pumpen rollen die Bleikügelchen nach vorne und wieder nach hinten, was diese Flugbewegung bei jedem Hub weiter verstärkt.



Bild 48: Das fertige Modell auf der Schwerpunkt-Auswiegevorrichtung gemäß "Bautipps", "Hilfsgeräte", Bild 15. Die Entfernung zwischen Anschlag der Flügelvorderkante und Auflagerpunkt (Schwerpunkt) ist mittels Maßstab genau einstellbar. Zum Auswiegen wird das Modell mit der Nasenleiste gegen den Anschlag gelegt und so lange Bleikügelchen in die Bleikammer gegeben, bis sich die Nase ganz leicht nach unten neigt.

Bevor das Modell nun auf der Wiese eingeflogen wird, noch ein Hinweis: Jedes irgendwie geartete Fluggerät ist ein Luftfahrzeug und unterliegt dem Luftfahrtgesetz. Erst durch Gerichtsurteile wurde klargelegt, dass ein Fluggerät, welches maximal 30 m Flughöhe erreichen kann, kein Luftfahrzeug, sondern ein Kinderspielzeug ist. Alles Andere sind Luftfahrzeuge und unterliegen dem Luftfahrtgesetz, so auch dieses Modell. Somit hat der Halter eine Halterhaftpflichtversicherung abzuschließen.

Zum ersten Flugversuch sollte ein möglichst windstiller Tag ausgesucht werden. Auf dem Flugfeld angekommen, wird, nach dem Zusammenbau des Modelles, nach einer Stelle mit etwas höherem Gras gesucht, damit das Modell etwas weicher landen kann. Hierbei ist darauf zu achten, dass das Ruder des Seitenleitwerkes gerade steht, also die Unterlegscheibe in den Stift im Schwerpunkt eingehängt ist. Dann kann das Modell gegen den Wind gestartet werden. Es ist jedoch darauf zu achten, dass das Modell leicht nach unten geneigt "in den Wind geschoben" wird, nicht nach unten und nicht nach oben werfen, sondern die Flugbahn wählen, welche das Modell auch im Flug einnehmen soll. Ein zu starkes Werfen ergibt einen zu hohen Auftrieb, das Modell steigt sofort, um im Steigflug seine Geschwindigkeit abzubauen und dann nach unten zu fallen um wieder Geschwindigkeit aufzunehmen. Das Modell "pumpt". Bei zu geringer Wurfstärke hat das Modell keinen genügenden Auftrieb und fällt mit der Nase voraus auf den Boden. Sollte das Modell, trotz richtiger Wurfgeschwindigkeit, mit der Nase nach oben gehen, so ist die Einstellwinkeldifferenz zu groß. In diesem Falle muss die am Höhenleitwerk befindliche Kunststoffschraube so lange herausgedreht werden, bis ein langgestreckter Gleitflug entstanden ist, dasd Höhenleitwerk muss hinten mehr nach unten weisen. Sollte das Modell mit einer immer steiler werdenden Kurve zu Boden fliegen, ist die Einstellwinkeldifferenz zu klein und die Schraube muss hereingedreht werden, also das Höhenleitwerk hinten mehr nach oben stehen. 
Der Gleitflug sollte gerade sein und keine nach rechts oder links weisende Kurve aufweisen. Sollte das Modell trotzdem eine Kurve fliegen, muss die Kurvensteuerung entsprechend justiert werden, wozu der Stahldraht der Steuerung am Ruder entsprechend gebogen werden muss.
Ist das Modell einwandfrei im Handstart eingeflogen, kann der erste Hochstart erfolgen. Hierzu wird das Modell von einem erfahrenen Piloten geschleppt und ein Helfer hält das Modell. Im Regelfall ist ein Windrichtungsanzeiger auf dem Platz vorhanden, so dass die Startrichtung, genau gegen den Wind gut zu erkennen ist. Beim Hochstart muss der Helfer das Modell etwas schräg nach oben halten, wie es in etwa der Flugrichtung des Modelles im Hochstart entspricht. Das Modell ist jedoch, in der Querrichtung, genau horizontal zu halten. Bei hängender Fläche wird es sofort in diese Richtung ausbrechen. Nach einem Zeichen laufen beide gemeinsam, genau gegen den Wind, los und der Helfer gibt das Modell, nach einigen Schritte, mit einem leichten Stoß nach oben, los. Der Helfer darf das Modell in keinem Fall nach vorne werfen sonst klinkt das Modell sofort aus. 
Zum Hochstart wird der Hochstartring der Leine zuerst in den Haken am Modell eingehängt. Anschließend wird die am Ende der Hochstartleine befindliche kleine Unterlegscheibe in den Stift unter dem Schwerpunkt eingelegt. Dann die Unterlegscheibe des Seitenruders und die Unterlegscheibe zur Auslösung der Thermikbremse in den Stift gesteckt. Bei der Freigabe des Modelles fällt zuerst der Ring aus dem Haken und zieht dann die Unterlegscheiben mit heraus, so dass die Thermikbremse anfängt zu laufen und die Flugkurve eingestellt wird.
Als Hochstartschnur ist die des öfteren in verschiedenen Abhandlungen propagierte Nylonschnur mit 0,4 mm Durchmesser, meiner Meinung nach, vollständig ungeeignet, da diese sehr elastisch ist und mehr als Gummischnur wirkt, mit der der Starter überhaupt kein Gefühl zu dem Modell hat. Hierzu ist eine unelastische Hanischkordel oder eine Schnur für Lenkdrachen wesentlich besser geeignet. Bei dieser Schnur erhält der Starter sofort Rückmeldung von dem Modell, wenn die Schnurspannung zu hoch wird und das Modell auszubrechen versucht und der Starter kann sofort gegenlenken. Es ist das gleiche Prinzip wie ein Drachenstart. Auch ein Lenkdrachen lässt sich nicht beherrschen, wenn die Schnur elastisch ist. Wenn das Modell auszubrechern versucht, muss zuerst die Leinenspannung, durch Laufen zum Modell hin, verringert werden. Hat sich das Modell wieder gefangen, kann der Hochstart vorsichtig fortgesetzt werden. Hierbei muss nicht mit voller Laufgeschwindigkeit gezogen werden, sondern je nach Windgeschwindigkeit kann es auch vorkommen, dass der Starter sofort nach Freigabe des Modelles in Richtung des Modelles laufen muss, um die Leinenspannung in Grenzen zu halten um so einen Flügelbruch zu vermeiden. Ein weiterer Nachteil dieser elastischen dünnen Nylonschnur ist, dass bei einem Wettbewerb die Leinenlänge unter einer Zugbelastung von 2 kg gemessen wird und bei diesen Schnüren fehlen dann etliche Meter an der Ausgangshöhe des Modelles. Auch beim Hochstart selbst kann es zu Problemen kommen, wenn der Starter schneller ist, als der Helfer der das Modell freigibt und so eine Schnurspannung aufgebaut wird die dann zu einem Katapultstart des Modelles führt. Dann ist das Modell wesentlich schneller, die Spannung der Hochstartschnur wird Null und der Ring fällt aus dem Hochstarthaken, was dann natürlich einen Fehlstart bedeutet. 
Beim Hochstart lässt der Starter das Modell senkrecht über sich kommen und dann fällt, im Idealfall, der Ring aus dem Hochstarthaken, der leicht nach unten geneigt und vollständig glatt ist und keinen Grat aufweisen darf. Die Hochstartleine darf in keinem Fall angezogen werden um das Modell auszuklinken, dies würde das Modell aus der Idealflugbahn bringen und einen Höhen- und somit Flugzeitverlust mit sich bringen. Das Modell ist dann frei und beginnt seinen Flug. Genau ab diesem Zeitpunkt zählt die Flugzeit und damit die Zeitnehmer dies sehen, muss an der Hochstartleine, kurz unter dem Hochstartring ein Fähnchen angebracht sein. Diese Hochstartmethode gilt für Anfängermodelle. Experten starten die Modelle etwas anders und erzielen beim Hochstart noch einen beträchtlichen Höhengewinn. 
Besonders feinfühlig ist der Hochstart auszuführen, wenn auf die relativ schwere Hochstartwinde verzichtet wird und am Leinenende nur ein Ring vorhanden ist, der über den Zeigegfinger gesteckt und so das Modell gestartet wird. Bei dieser Methode muss dann die Leine irgendwie schnellstmöglich weggeräumt werden, damit kein anderer Starter sich in dieser verheddert und zu Fall kommt.
Der Hochstart muss sehr oft geübt werden um diesen zu beherrschen, da für das Modell sehr viel Fingerspitzengefühl notwendig ist. Wenn das Modell zu stark steigt und auch zu oft ausbricht, kann der Hochstarthaken um einige Millimeter nach vorne gesetzt werden. Hierzu ist jedoch eine höhere Laufgeschwindigkeit und längere Laufstrecke notwendig. Etwas erfahrenere Starter können den Hochstarthaken auch nach hinten verlegen, was genau umgekehrt wirkt und sehr große Hochstarterfahrung erforderlich macht. Da ein nach hinten versetzter Hochstarthaken Probleme bei Wind bringt, können auch 2 Hochstarthaken am Modell angebracht werden, die dann je nach vorhandener Windstärke genutzt werden. Ferner kann es bei Thermikeinfluss vorkommen, dass während des Hochstartes sich die Windrichtung ändert. In diesem Fall muss auch die Laufrichtung des Startes entsprechend geändert werden.
Die Flugkurve sollte nicht zu eng sein, da das Modell bei engen Kurven unnötigerweise Höhe einbüßt. Die Flugkurve lässt sich durch Verbiegen des Stahldrahtes der Kurvensteuerung beeinflussen.



10. Wettbewerbstaktik
Bei Freiflugwettbewerben ist es erforderlich, möglichst lange Flugzeiten, im Rahmen der zulässigen Maximalzeiten, zu erzielen.
Dies kann nur unter Zuhilfenahme der thermischen Aufwinde erfolgen, da die reinen Gleitflugzeiten unter den maximalen Durchgangsflugzeiten liegen. Aus diesem Grunde muss für jeden Flug ein Thermikschlauch gefunden werden, was meist nicht gelingt, trotz guter Anzeichen. Dies ist daher dringend erforderlich, um entsprechende Flugzeiten zu erzielen und an verschiedenen Fakten zu erkennen. Das sicherste Zeichen ist das Kreisen von Raubvögeln. Aber auch eine Ansammlung von Schwalben ist ein Indiez für warme, aufsteigende Luft in der sich Fliegen befinden. Nicht umsonst laufen die Freiflieger mit nacktem Oberkörper durch die Gegend, denn der Oberkörper ist sehr sensibel für Temperaturunterschiede und eine abgehende Thermik zieht kältere Luft nach sich, was sofort zu spüren ist. Auch die Richtung aus der die kältere Luft kommt, ist auszumachen und in der Richtung in welche die kalte Luftströmung zieht, ist die Blase abgegangen, die es dann, mit dem Modell, zu erreichen gilt. Auch das in Bodennähe zu erkennende Flimmern der Luft ist ein Indiez für die Erwärmung. Ist plötzlich dieses Flimmern weg, dann ist dort eine Blase abgegangen. Häufig ist auch bei abgehender Thermik eine starke Luftströmung am Boden zu sehen, die auch einer kleinen Windhose gleichen kann und trockenes Gras mit nach oben saugt. Dann geht´s dort wirklich gut nach oben. Eine Cumuluswolke ensteht nur durch thermischen Einfluss. Unter einer solchen Wolke ist also immer eine aufsteigende Luftströmung zu finden. Jedoch ist dieser Thermikschlauch in Bodennähe bereits sehr breit und hat keine absoluten Indikatoren einer Thermikblase, so dass diese relastiv schlecht zu orten ist. Ferner kann der Thermikschlauch bereits am Boden abgerissen sein, so dass ein Anschluss mit einem Modellflugzeug nicht mehr möglich ist. Eine weitere Möglichkeit ist der Einsatz eines schmalen Streifens einer Rettungsdecke, die den kontinuierlichen Wind anzeigt und bei Abgang einer thermischen Ablösung die Richtung hin zu dem Aufwindfeld ändert, da von dort Luft angesaugt wird. Eine weitere technische Möglichkeit ist der Einsatz einer sogenannten Thermikmaschine. Hier wird graphisch kontinuierlich die Temperatur, die Windstärke und die Windrichtung aufgezeichnet und beim Fallen der Temperatur, verbunden mit Verstärkung der Windströmung und Änderung der Windrichtung ist eine Thermikblase in den Himmel abgegangen. Man kann aber auch als "Abstauber" immer dann sein Modell starten, wenn ein anderer Wettbewerbsteilnehmer bereits Thermik gefunden hat und dann dorthin sein Modell starten, was eine relativ sichere Methode, aber auf Dauer sehr unsportlich ist.

Während des Tages ist im Regelfall Thermik über reifen Getreidefeldern oder trockenen Rasenflächen. Feuchtgebierte sollten zum Überfliegen vermieden werden, da dort, am Tage, Abwinde vorherrschen. Auch Laubwälder liefern, im Regelfall, keinen thermischen Auftrieb, sondern infolge der hohen Verdunstungskälte des Laubwerkes nur Abtrieb und ziehen die Modelle wie magisch an, um darin zu verschwinden. Da die Windrichtung während eines Durchganges wechseln kann, sollte der Startzeitpunkt so gewählt werden, dass das Überfliegen von Busch- oder Baumgruppen vermieden wird. Deshalb sollte die Startanmeldung nur bei entsprechender Windrichtung erfolgen. Aber auch die Windrichtung während des Fluges kann wechseln, so dass die Landerichtung im voraus nicht zu bestimmen ist. Auch bei unterschiedlichen Witterungen können die thermischen Verhältnisse eines Platzes sehr unterschiedlich sein. Für Freiflug-Hochleistungsmodelle sind elektronische Geräte zum Auffinden der gelandeten Modelle auf GPS-Basis erhältlich, mit deren Hilfe man am Computer den gesamten Flug zurückverfolgen kann 
 

 
Bild 49: So sieht das fertige Modell aus.
 
11. Technische Daten:
Spannweite:                                       1180 mm
Länge:                                               890 mm
Profil Tragfläche:                                 Clark Y Typ
Profil Höhenleitwerk:                           Gö 417 a - 3% Wölbung
Flächentiefe Mitte:                              140 mm
Flächentiefe Ende:                              120 mm
Flächeninhalt Tragfläche:                     15,87 dm²
Flächeninhalt Höhenleitwerk:                3,135 dm²
Gesamtflächeninhalt:                           19,005 dm²
Fluggewicht:                                        225 Gramm
Flächenbelastung:                               11,84 gr/dm²
Besonderheiten:
    Höhenleitwerk stufenlos einstellbar.
    Seitenruderanlenkung für den Hochstart.
    Thermikbremse
    Automatische Einschaltung des Thermikzeitschalters.

12. Umbau und Pflege des Winkler-Thieme-Thermikzeitschalters.
In diesem Kapitel wird der Umbau des Winkler-Thieme-Zeitschalters auf automatische Einschaltung beim Start, sowie dessen weitere Pflege beschrieben.
Hierzu ist zu beachten, dass jedweder Garantieanspruch an den Verkäufer oder Hersteller, durch den Umbau des Zeitschalters, entfällt.
Bevor an dem Zeitschalter irgend eine Tätiglkeit ausgeübt wird, ist darauf zu achten, dass der Arbeitsplatz absolut staubfrei ist, was in einer Modellbauwerkstatt schwerlich zu bewerkstelligen, aber erforderlich ist. Ferner sind die kleinen Bauteile in einer Dose zu lagern, wozu bei mir eine geleerte Fischdose dient. Damit beim Arbeiten kein Schräubchen auf den Boden fällt habe ich mir ein Sperrholzbrett in der Größe von 40 x 40 cm mit einem umlaufenden 1 cm hohen Rand gebaut, auf dem dann die herunterfallenden Teile beim Bau aufgefangen werden.
Zum Umbau des Zeitschalters muss zuerst die Schraube an der Einstell-Knebelscheibe ausgedreht, was mit dem Spanner Nr. 4 erfolgt, der als Bit und als Schraubendreher erhältlich ist, wobei ein Bit, ohne jeglichen Halter, für diese Arbeiten handlicher ist. Dann kann die Einstell-Scheibe entfernt werden. Anschließend muss der Zeitschalter vollständig ablaufen, so dass die Feder entspannt ist und kein Druck mehr auf den Zahnrädern ist. Nun werden die 3 Schrauben in der Abdeckplatte herausgedreht, so dass diese abgelöst ist. Dann wird der hintere  Plastik-Deckel einfach ausgehebelt und abgehoben. Anschließend kann das Uhrwerk vorsichtig herausgenommen werden, wobei darauf zu achten ist, dass die obere Platte des Uhrwerkes nicht mehr fest ist und sich nach oben ablösen kann. Wenn dies geschehen ist, fallen die Zahnräder heraus und das Ganze wieder zusammenzubauen ist eine richtige Sisyphusarbeit. Aus diesem Grunde werden zuerst die 3 Schrauben der Abdeckplatte in die Schraubenlöcher der Abstandshalter gedreht, bevor weitere Arbeiten durchgeführt werden, so dass der obere Deckel des Uhrwerkes fest ist.
Nun kann der Niet welcher den Aus-und Einschalterhebel hält, mit einem Silizium-Rund-Schleifstift so weit abgeschliffen werden, dass die Unterlegscheibe und der Gummiring entfernt werden und dann der Niet ganz herausgezogen werden kann. Hierbei ist darauf zu achten, dass der Niet nicht zu warm wird und so das Gehäusematerial angeschmolzen wird. Lieber eine Pause einlegen und den Niet kühlen.  Anschließend muss das Gehäuse gründlich von den Schleifrückständen gesäubert werden. Dieser Niet wird nun durch eine kleine M2 x 5 mm Zylinderkopfschraube ersetzt und mit einer Mutter versehen. Unterlegscheibe und Gummiring entfallen. Die Schaube muss so locker sitzen, dass der Hebel sehr leichtgängig ist, jedoch nicht so viel "Luft" hat, dass er wackelt. Nun werden Mutter und Schraube mittels eines Tropfens Epoxidharz gesichert.
In den Hebel wird nun oben ein 0,6 mm Loch eingebohrt, so dass nach vorne eine kleine Zugfeder eingebaut und nach hinten ein 0,3 mm Nylonfaden angeknotet werden kann. Die Zugfeder stammt aus dem Eisenbahnmodellbereich und ist als Ersatzteil bei Loks als Umschaltrelais-Rückholfeder gedacht.
Wenn das Uhrwerk ausgebaut ist, kann es leicht auch nachgeölt werden, wobei dies mit dem Uhrenöl der ETSYNTHA-Chemie Type 5, klassisches Uhren- und Instrumentenöl, das im Service-Ölgeber mit sehr feiner Dosierkanüle, bei SELVA-Uhren erhältlich ist, geschehen kann. Ein ähnliches Öl führt auch die Fa. Westfalia in deren Uhrenabteilung. Durch das Ölen wird natürlich die Zuverlässigkeit wie auch die Lebensdauer erhöht. Bisher konnte ich nicht feststellen, dass das im Zeitschalter bereits vorhandene Öl und das genannte Öl sich nicht vertragen und zu Verklumpungen führen, welche die Funktion beeinträchtigen. Beim Ölen ist darauf zu achten, dass auch ein zu viel an Öl zu Verklebungen führt, welche die Funktion massiv stören kann.
Zu beachten ist auch, dass in das Gehäuse, bei Landungen auf dem Acker, Staub eindringen, der die Funktion beeinträchtigen kann. Aus diesem Grunde sollten nach jeder Flugsaison die Zeitschalter demontiert und das Uhrwerk, in laufendem Zustand, in Reinigungsbenzin eingelegt werden, so dass die Zahnrad-Lagerstellen gesäubert werden. Hierbei ist zum Aufziehen des Uhrwerkes die Einstell-Knebelscheibe immer mit der Schraube, auf der Federachse, zu befestigen, da ansonsten die relativ weiche Aluscheibe an den Mitnehmerabflachungen beschädigt werden kann. Nach dem Weichen des anhaftenden alten Öles im Reinigungsbenzin wird das Werk, durch Schwenken im Benzin, mit der Hand, ausgespült und anschließend gut getrocknet. Um eventuell noch anhaftende Schmutzpartikel besser entfernen zu können ist auch der Einsatz von Druckluft möglich. Hierbei ist darauf zu achten, dass kein scharfer Luftstrahl in das Uhrwerk geblasen wird, da hierdurch Schäden, insbesondere an der Unruhe, entstehen können. Durch die Druckluft kann auch die Trockenzeit verkürzt werden.  Erst wenn die Lagerstellen und die Feder vollständig getrocknet sind, kann das Uhrwerk wieder geölt werden. Sollte ein Lager noch feucht sein, kann das Öl schlechter in das Lager eindringen. Auch die Feder braucht allseitig eine gewisse Ölmenge um die Reibung zu verringern. Das Gleiche gilt für die Zähne der Räder, die ebenfalls etwas Öl abbekommen sollten, jedoch nicht zu viel.
Sollte der Timer im Einsatz unzuverlässig laufen und oftmals stehen bleiben, liegt dies im Regelfall an einem einzigen Schmutzpartikel der sich im Bereich eines Zahngrundes festgesetzt hat und so den reibungslosen Eingriff des Zahnes des anderen Rades behindert. Man kann das Werk, wie bei einer Routinereinigung, in laufendem Zustand, in Benzin eingelegen und meist wird das störende Staubkörnchen dann abgewaschen und stört nicht mehr. Aber es kann auch vorkommen, dass das Stehenbleiben auch nach dem Waschen noch auftritt. Dann liegt die Schwierigkeit darin, diesen Störer zu finden, da dieser zum Zeitpunkt des Stehenbleibens zwischen 2 Zahnrädern liegt und somit von außen absolut nicht sichtbar ist. Hier muss das Räderwerk sehr vorsichtiug weiter gedreht werden und die Zahnräder mit einer starken Uhrmacherlupe genau beobachtet werden.Der Störenfried ist an der Änderung des Aussehens des Zahngrundes erkennbar.Im Regelfall ist dieser dann dunkler oder schimmert etwas anders. Ist dieser Fremdkörper gefunden ist das Räderwerk anzuhalten und das Fremdteil muss mit einer feinen Nadel entfernt werden.
Dass das Stehenbleiben des Uhrwerkes auf ausgeschlagene Zahnradlager zurückzuführen ist, kann bei der Qualität dieser Winkler-Thieme-Zeitschalter für viele Jahre ausgeschlossen werden. Bei entsprechender Pflege sind die Lager sicherlich erst nach einigen Jahrzehnten Betriebszeit ausgeschlagen. Damit ich die jeweiligen Zeitschalter erkennen kann, habe ich diese auf die Rückseite der Abdeckplatte Nummeriert und gleichzeitig einen Laufzettel für diesen Zeitschalter angelegt, mit allen relevanten Daten, wann gekauft, umgebaut, wo eingebaut, überholt, usw., so dass ich jederzeit verfolgen kann was mit dem Zeitschalter ist.
Vor dem Zusammenbau sollten die Löcher, für die Befestigung des Zeitschalters im Rumpf, noch ausgekraust werden um Flachkopfschrauben verwenden zu können, da die Zugfeder auf einer Rundkopfschraube gehemmt wird. Das Auskrausen sollte mit einem Krauskopf erfolgen, da bei Verwendung eines Bohrers bei dem weichen und dünnen Material sehr schnell ein Loch vorhanden und die Abdeckung verbogen ist. 
Beim Zusammenbau des Zeitschalters ist darauf zu achten, dass die Feder entsprechend vorgespannt wird, bevor die Knebel-Einstellscheibe eingerastet und die Halteschraube wieder eingeschraubt wird. Hierzu ist das Uhrwerk voll aufzuziehen, so dass die Kerbe der Knebelscheibe auf der äußersten Stellung steht. 
Bei dieser Stellung beträgt die Laufzeit einige Sekunden über 5 Minuten, wobei die Aufteilung der Ablaufzeit auf der Uhr in 7 Feldern ist. Aus diesem Grunde sind aus den 7 Feldern 5 Felder für jede Minute zu machen, was bei 315 Grad Umlauf einer Feldgröße von 63 Grad pro Minute entspricht. Hierzu habe ich mir eine entsprechende Schablone gefertigt, die ich an die Stellscheibe anlegen und die Einteilung entsprechend neu machen kann. 


Bild 50: Schablone zum Anzeichnen der 5 Minuten auf der Zeitschaltuhr



Bild 51: Die Schablone ist auf das Uhrwerk gelegt. Nun kann mit einem Stift die Zeiteinteilung eingezeichnet werden.
 
Zum Ölen des Uhrwerkes ist noch zu bemerken, dass ein ungeöltes Lager einen wesentlich höheren Verschleiß hat und wenn das Lager dann so weit ausgeschlagen ist, dass die Zähne sich gegenseitig verkeilen, ist das Werk nicht mehr zu gebrauchen. 

Bei allen Arbeiten sollte nicht versucht werden das Uhrwerk auseinander zu legen. Das Uhrwerk, an sich. ist immer mit entsprechender Vorsicht zu behandeln.

Vor dem Einbau des Zeitschalters sollte der hintere Deckel noch mit einem Klebefilm befestigt werden, da er leicht abgeht. Hierbei kann der Klebefilm über das in der Seitenwand vorhandene Loch geklebt werden, so dass hier kein Staub mehr eindringen kann. Der Zeitschalter kann im Rumpf mit kleinen Flachkopf-Holzschrauben in der Größe 1,5 x 10 mm befestigt werden. Diese Schrauben sind im Eisenbahn-Modellbau, zur Befestigung der Schienen auf der Platte, erhältlich. Die erforderlichen Löcher können mit einem 1,5 mm Vorstecher, gemäß "Bautipps", "Hilfsgeräte", Bild 44, vorgestochen werden.  
Nach Einbau des Zeitschalters in das Modell, sollte der hintere Bereich des Timers durch eine Abdeckung des Rumpfes vor dem Eindringen von Staub geschützt werden. Bei mir hat sich diese Stelle geradezu angeboten, dass hier das Namensschild aufgeklebt wird. So ist der Zeitschalter entsprechend  staubgeschützt und das Loch ist abgedeckt, was auch eine, wenn auch geringe, Verbesserung der Aerodynamik mit sich bringt. Die Namensschilder schreibe ich auf dem Computer und drucke sie mit einem Tintenstrahldrucker aus. Da diese Schilder nicht wasserfest sind, werden diese mit Hartkleber aufgeklebt und anschließend mit Hartkleber, unter Zuhilfenahme eines Fingers, voll überstrichen. Hierdurch werden die Adressaufkleber absolut wasserfest und überstehen auch einige Wochen in Sonne und Regen ohne auszubleichen. Meist ist das Modell dann in einem schlechteren Zustand als das Namensschild.



Bild 52: So sieht der umgebaute Zeitschalter in eingebautem Zustand aus. 

 
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