Flugmodellbau
  Negativ gepfeilte Nurflügel
 
 

Meine erste Begegnung mit negativ gepfeilten Nurflüglern hatte ich Anfang der 60iger Jahre des vergangenen Jahrhunderts auf dem ehemaligen Flugplatz in Saarlouis – Roden, auf dem jetzt die Ford – Werke ihr Automobilwerk stehen hat und dort den „Focus“ produziert. Hier wurde ein solches Modell von Heinz Unger und Werner Reyer geflogen und ich war sofort von diesem Modell fasziniert und kam nicht mehr von der Idee ein solches Modell zu konstruieren und zu fliegen weg. Solche Modelle als Balsagleiter zu bauen, war kein Problem, weshalb ich diese immer wieder zu allen Gelegenheiten baute und fliegen ließ. Jedes mal führten diese Modelle zu entsprechender Bewunderung und alle waren erstaunt, dass solch ein Gebilde fliegen kann.

In diesem Zusammenhang ist für mich immer wieder eine Begebenheit in Erinnerung. Bei dem Modellflug – Jugend – Treffen in Hirzenhain, Anfang der 80iger Jahre des vergangenen Jahrhunderts hatte ich, wie in der Ausschreibung vorgesehen, den Bau von Balsagleitern angekündigt. Beim Festlegen der zu bauenden Modelle durch die Jugendlichen in der Werkstatt, kam es zu Protesten der Betreuer, dass ich doch diese Maßnahme streichen sollte, da die Jugendlichen doch aus dieser Bauphase entwachsen wären. Bei dieser Disziplin werden von den 4 Jugendlichen einer Mannschaft je 1 Modell unterschiedlicher Art gebaut, wobei auch die Spannweite von den Jugendlichen gemeinsam festgelegt wurde. Nach Bau wurde dann die Bauausführung, die Genauigkeit und beim Fliegen die Leistung bewertet. Die Betreuer protestierten also und die Jugendlichen wollten alle die Modelle bauen. So habe ich allen einen Kompromiss vorgeschlagen, dass die Betreuer ebenfalls ein Modell bauen sollten, um den Jugendlichen ihr Können zu beweisen. Mein Vorschlag war hierzu ein „negativ gepfeilter Nurflügel“ mit einer negativen Pfeilung von 20 Grad, was von den Jugendlichen natürlich mit entsprechendem Beifall bedacht wurde und die 14 Betreuer mussten, um sich bei den Jugendlichen nicht zu blamieren ebenfalls einwilligen und die Modelle sollten dann am Abend bei dem Unterhaltungsabend der einzelnen Teams im Lehrgangraum vorgeflogen werden. Mir war natürlich bereits beim Bau der Modelle klar, dass keines fliegen wird. Am Abend war dann heitere Stimmung, da jeder meinte, dass ein solches Modell nicht fliegen kann und ich aus lauter Blödsinn diese Aufgabe gestellt hätte, was mir dann auch lachend mitgeteilt wurde. Diese extrem heitere Stimmung schlug sofort um, als mein Sohn Andreas, der in der saarländischen Mannschaft war, ein solches Modell präsentierte und mit einem ausgezeichneten Flugverhalten durch den Saal fliegen ließ. Jetzt merkten alle anwesenden Betreuer und auch die Jugendlichen, dass von ihnen keiner Imstande gewesen war ein solches Modell ordnungsgemäß zu bauen. Nun wurde ich dazu gedrängt, zu sagen was falsch gemacht wurde. Hierauf habe ich aus dem Stegreif meinen ersten Vortrag über die Stabilisierung von Flugzeugen gehalten, der mit starkem Beifall aufgenommen wurde. Am folgenden Tag musste der Beginn des offiziellen Teiles des Modellflugjugendtreffens verschoben werden, da alle, die Jugendlichen und die Betreuer, in der Werkstatt ein solches Modell unbedingt bauen mussten, die dann, unter meiner Mithilfe, alle zum Fliegen gebracht wurden.

Ein Fachmann auf dem Gebiet der negativ gepfeilten Nurflügel ist Herr Heinz Unger, mit dem ich derzeit einen sehr regen Briefverkehr führe. Herr Unger hat mir einige seiner Veröffentlichungen zur Verfügung gestellt, die ich leider nur als Fotokopie besitze und ich mich daher für die schlechte Qualität der Bilder entschuldigen muss.

Die jeweiligen Artikel sind in den Unterseiten enthalten


 

Auszug aus dem Buch:

Ein Dreieck fliegt

von Alexander Lippisch

Seiten 49 bis 51

Als eine Sonderentwicklung aus dem Jahre 1936 muss auch auf ein ungewöhnliches Versuchsflugzeug eingegangen werden. Untersuchungen von Townsend in England hatten gezeigt, dass der nach vorne gepfeilte und nach außen stark verjüngte Flügel das Abreißen der Außenflügelströmung erheblich verzögert, so dass die Rollstabilität auch bei großen Anstellwinkel bzw. geringen Geschwindigkeiten erhalten blieb, im Gegensatz zu den normalen Pfeilflügeln, bei denen das Abreißen der Strömung zuerst an den Flügelspitzen einsetzte. Er erschien deshalb vorteilhaft zu Pfeilflügeln mit negativer Pfeilung überzugehen.
Um dies näher zu untersuchen wurde ein motorloses Versuchsflugzeug »Kormoran« = DFS 42 (Abb. 45) mit nach vorne gepfeilten Flügeln entworfen und 1936 gebaut. Die von Townsend beobachtete Strömung am Außenflügel trat auf und konnte durch Faden-Beobachtung sehr gut festgestellt werden. Es sind dann auch eine ganze Reihe von Aufnahmen im Fluge gemacht worden. Das Abreißen der Strömung trat jedoch am Mittelflügel verltnismäßig frühzeitig auf, was einen Verlust der Längsstabilität und einen geringeren Höchstauftrieb hervorrief. Wir haben daher von vornherein ein zusätzliches Höhenruder über dem MitteIflügel angeordnet, mit dem der einsetzende Auftriebsverlust kompensiert werden konnte.
Im Ganzen war dieser Versuch zwar recht interessant, zeigte jedoch keine Überlegenheit des vorwärts gepfeilten Flügels, da man das Abreißen der Außenflügel beim normalen Pfeilflügel durch Verwendung von Spaltflügelanordnungen verhindern konnte und damit zu höheren Maximalauftrieben dieser Pfeilflügel kommen konnte. Weitere Versuche mit vorwärtsgepfeilten Flügeln sind von uns deshalb nicht gemacht worden.



 



 Abb.45 Versuchsflugzeug »Kormoran« = DFS 42 (1936). Übersicht und Flugbild (Zeichnung).



GK 84

Daten des Modelles: siehe "Baubrett"

 

GK 100



Das Modell, es wurde am 18.05.2011 eingeflogen.
Die Daten zu dem Modell sind unter "Baubrett"  zu finden.

Einige Bilder zur GK 100:

  
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GK 101




Die GK 101 ist ein Motorsegler, mit einfacher V - Form und 3,00 m Spannweite. Die Flügel haben die Geometrie von 2 Trapezen. Die Technischen Daten zu dem Modell ist auf der Seite "Baubrett" aufgeführt.


GK 102




Das Projekt, ist ein negativ gepfeiltes Modell, das einem manntragenden Segelflugzeug nachempfunden, mit E-Hilfsmotor, ist.
Basis zu diesem Modell ist die GK 101, mit 3 m Spannweite, wobei die Tragflächengeometrie nur noch ein Trapez ist. Das Modell soll beweisen, dass auch der Bau eines Segelflugzeuges mit vorgepfeilten Flächen möglich ist. Das Modell ist in Anlehnung an die B 11 der TU Berlin entstanden, wobei einige gravierende Änderungen der Profilierung, des Seitenleitwerkes und der Rumpflänge erforderlich waren um ein flugfähiges Modell entstehen zu lassen.


GK 103
 
Dieses Projekt ist ein Modell mit 3,5 m Spannweite und doppelter V - Form. Bei den ersten Ideen war das Modell für den Einsatz in der Klasse F3J vorgesehen. Bei Nachrechnungen der statischen Belastung der Tragflächen beim Hochstart wurde diese Idee jedoch sofort aufgegeben, da hierbei solch große Torsionskräfte auftreten, dass diese nur durch entsprechend dicke Schalen in Kohlefasern aufgenommen werden können und durch das hierbei entstehende Gewicht alle Flugleistungsvorteile vollständig zunichte werden. Aus diesem Grunde wird das Modell als normaler Motorsegler gebaut.


GK 104

Dieses Modell entsteht auf Grund des Wunsches einen einfach zu bauenden Nurflügel mit vorgepfeilten Flächen zu konzipieren, welcher eine einfache V-Form besitzt und die Tragfläche lediglich aus einem Trapez besteht. Hierdurch braucht nur die Endleiste mit keilförmigen Leisten unterlegt zu werden, um die notwendigen Schränkungen einzubauen. Eine weitere, komplizierte Helling wie bei der GK 100 oder der GK 103 ist nicht erforderlich. Der Rumpf soll ein einfacher, abgerundeter Kastenrumpf mit einer Glasseideauflage werden.
 

 
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