Flugmodellbau
  Berufliches
 
Berufliche Leistungen
 

Auch in meinem Berufsleben habe ich einiges in´s Rollen gebracht, aber irgend eine Vergütung habe ich noch nie für diese Innovationen bekommen, da diese Entwicklungen während der Dienstzeit für meinen Arbeitgeber, einer Kommune, durchgeführt wurden und nur dieser einen entsprechenden Musterschutz oder Patent hätte beantragen können, was jedoch bisher im öffentlichen Dienst noch nie geschah.

1. Kanalsuche
Auf meinem ersten Arbeitsplatz als junger Ingenieur, dem Amt Brebach, konnte ich bereits nach wenigen Monaten einen enormen Anstieg meines Ansehens verbuchen. In einer größeren, aufgefüllten Weiheranlage, dem Kolbenholz, innerhalb eines Industriebetriebes, der Halberger Hütte, war vor etlichen  Jahren ein Hauptsammler verlegt worden. Nach Besitzerwechsel sollte der Gestattungsvertrag verlängert werden, jedoch bestand der neue Besitzer auf einem Lageplan, um bei Bauarbeiten den Kanal nicht zu tangieren. Trotz intensiver Suche im Archiv des Amtes war kein Plan des Sammlers auffindbar. Zuerst sollte das Vermessungsamt den Kanal einmessen und kartieren. Aber trotz intensiver, mehrtägiger Suche konnte dieser nicht gefunden werden. Auch die beiden hinzu gezogenen Ingenieure des Tiefbauamtes konnten keinen Erfolg verbuchen. Aus diesem Grunde wurde ein Ingenieurbüro für Vermessung beauftragt den Kanal zu kartieren. Aber das Ingenieurbüro gab den Auftrag nach einer Woche zurück, natürlich mit einer entsprechenden Rechnung, da der Kanal nicht auffindbar war. Ein weiteres Büro für Abwassertechnik hat ebenfalls nach einigen Tagen die Suche eingestellt und die Aufwendungen in Rechnung gestellt. Eine ebenfalls beauftragte Rohrleitungsbau-Firma hat bereits nach einem Tag erfolgloser Suche das Handtuch geworfen, natürlich ebenfalls mit einer Rechnung.
So hat mich der Gemeindebauamtsleiter bereits nach einigen Wochen im Dienst darauf angesprochen und mir die Situation erläutert und gefragt, ob ich mir die Suche zutrauen würde und mir alle erforderliche Hilfe zugesichert, was ich dann auch zusagte, zu versuchen. Ich bat jedoch um einige Zeit. Nach Durchsicht der bereits vorhandenen Unterlagen war für mich klar, dass der Kanal nicht durch eine einfache Suchaktion zu finden ist, sondern nur bei einer entsprechenden Wetterlage, hohe Luftfeuchtigkeit, gepaart mit niedrigen Temperaturen wobei durch die biologischen Abbauvorgänge im Kanal Wärme entsteht und der hieraus resultierende Wasserdampf aus den Revissionsschächten, bei entsprechendem Luftdruck, gut sichtbar, entweicht. Mehrfach wöchentlich wurde ich nun vom Bauamtsleiter auf meine Zusage zum Auffinden des Kanales erinnert, aber immer wieder musste ich mitteilen, dass ein günstiger Zeitpunkt noch nicht da sei. Meine Kollegen von Bauamt haben meine Suche bereits in den Bereich des Mystischen verlegt und mich dementsprechend angesprochen.
Aber an einem Morgen im November fuhr ich zur Arbeit und die Revisionsschächte in den Straßen haben stark und gut sichtbar gequalmt. Sofort habe ich die beiden, mir für die Suche zur Verfügung stehenden Messgehilfen in das Auto verfrachtet und wir sind zu dem Suchort gefahren. Dort waren die Schächte an Hand des aufsteigenden Rauches sofort zu erkennen. Für die beiden Messgehilfen und mich war es eigentlich keine Suche mehr, sondern lediglich ein etwa 1,2 km langer Spaziergang um neben den qualmenden Revissionsschächten die Vermessungsstäbe einzustecken. Nach gerade einmal 2 1/2 Stunden war die Sache abgeschlossen und wir fuhren wieder zum Rathaus zurück. Dort angekommen war die Verwunderung groß, dass wir schon wieder zurück waren und auch alle Schächte gefunden hätten. Die beiden Messgehilfen, welche auch bei den vergangenen, misslungenen Suchaktionen mit dabei waren  berichteten sehr euphorisch, dass sie lediglich von einem qualmenden Schacht zum nächsten Schacht zu gehen brauchten um dort einen Messstab einzustecken, mehr hätten sie nicht zu machen brauchen.
Der Bauamtsleiter meinte hierauf, dass auf eine solche Idee, die Witterungsverhältnisse für die Suche auszunutzen noch niemand gekommen sei, auch er nicht. Das Vermessungsamt hat anschließend die Schächte aufgenommen und kartiert und der Gestattungsvertrag konnte problemlos, mit den nun vorhandenen Unterlagen, verlängert werden.

2. Abwasserdüker
Als junger Ingenieur erhielt ich den Auftrag einen Abwasserdüker unter dem Scheidter Bach in Schafbrücke zu bauen. Dieser Düker war notwendig geworden, da die bisherige Stahlrohr-Abwasserleitung mit einem Durchmesser von 400 mm mit der Unterkante lediglich 180 mm über dem Normal-Wasserstand des Baches lag und bei jedem geringen Hochwasser dort infolge von angeschwemmten Zweigen und Unrat ein Rückstau entstand, der in dem angrenzernden Industriegebiet jedes Mal zu erheblichen Schädern führte. Dieser Missstand sollte durch einen Düker behoben werden.
Meine Recherchen nach der Konstruktion eines solchen Dükers verliefen sehr mager. Außer verschiedenen Systemskizzen mit allgemein gehaltenen Erläuterungen fand ich nichts. Alle Systemskizzen hatten lediglich nur ein Rohr als Düker und waren auch so beschrieben.
Somit musste ich einen Düker ohne jegliche genaue Grundlage berechnen und konstruieren. 
Diesen Düker nur mit einem Rohr zu bauen war für mich inakzeptaben, da hierbei die Fließgeschwindigkeit, bei Trockenabflus, zu gering war, so dass sich Stoffe hätten absetzen können, was dann zu Verstopfungen führen würde. Daher wählte ich eine Konstruktion mit 2 Röhren aus, wobei das untenliegende, kleinere Rohr etwa 1/4 der theoretisch, per hydraulischer Berechnung, anfallenden Wässer abführen konnte. Die Restwässer wurden in dem etwas höher liegenden stärkeren Rohr abgeführt. Somit war auch bei geringem Wasseranfall eine ausreichende Fließgeschwindigkeit vorhanden um das Absetzen von anfallenden Stoffen zu verhindern. Um die Verwirbelung beim Einfluss in die beiden Rohre zu verringern wurden die Einläufe trompetenartig gestaltet um so den Einlaufwiderstand zu verringern. Vor den Einläufen wurde noch eine Kammer mit Grobrechen angeordnet wobei der Rechen nach oben gesäubert und der anfallende Unrat gleich in ein Behältnis eingefüllt werden konnte.

Nach Einreichung der Unterlegen beim Wasserwirtschaftsamt, zur Genehmigung der Baumaßnahme, stellte sich heraus, dass auch dort noch niemand mit einem solchen Bauwerk konfrontiert war. Aus diesem Grunde musste ich auf dem Wasserwirtschaftsamt meine Berechnung und meine Konstruktion detailliert vor einem Gremium erläutern. In dem Gremium war u.a. der  saarländische Bauminister persönlich, der Leiter des Wasserwirtschaftsamtes, und auch mein Professor an der HTL, der als bundesweiter Experte für Wasserwirtschaft galt, aber ebenfalls noch keinen Düker gerechnet und gebaut hatte, vertreten. Am Ende meiner Vorstellung und der anschließenden Diskussion über meine Konstruktion waren alle einhellig der Meinung, dass mein Vorschlag funktionieren müsse und so gebaut werden könne. Ein Teilnehmer der Runde merkte hierbei an, dass das Ganze sicherlich mit einer Doktorarbeit geichzusetzen sei.
Der Düker wurde 1968 gebaut und ist bis heute, also über 60 Jahre, ohne jegliche Änderung, in Funktion. Mir ist auch nicht bekannt geworden, dass der Düker irgendwann einmal verstopft war. Auch der neue Abwassersammler der in den 90iger Jahren gebaut wurde, wurde an diesen Düker wieder angeschlossen, obwohl der gesamte Kanal im Scheidter Tal über eine Strecke von ca. 12 km neu gebaut wurde. Vermutlich war niemand mehr in der Lage einen Düker zu berechnen und zu konstruieren oder traute sich diese Aufgabe zu.

3. Erschließungsgebiet Nachtweide
Nach meiner Einarbeitungszeit bei der Amtsverwaltung Brebach, stand die Erschließung des Baugebietes "Nachtweide" an. Hier sollte diePlanung zur Erschließung an ein Ingenieurbüro vergeben und entsprechend ausgeschrieben werden, jedoch fragte mich der Bauamtsleiter, ob ich mir eine solche Gesamtplanung zutrauen würde, worauf ich entgegnete, dass genau ein solcher Entwurf meine Examensarbeit gewesen sei. Hierauf wurde ich mit dieser Aufgabe betraut und in Verbindung mit der Vermessungs- und Planungsabteilung entstand ein erster Entwurf den ich auf Durchführbarkeit der Straßen und Kanäle überprüfte und entsprechende Korrekturen ausführte. Anschließend erarbeitet ich eine vollständig baureife Planung aller Straßen und Wege mit Ver- und Entsorgungsanlagen, auch für die Gemeindewerke. Auch der Bebauungsplan mit allen Vorgaben, wie Geschossanzahl, Firstrichtung, Firsthöhe, Sockelhöhe, wie auch die Aufstellung der Bau-Satzung oblag mir. Dass ich auch die erforderlichen Genehmigungen bei der übergeordneten Behörden einzuholen hatte, war selbstverständlich.
Zu dieser Maßnahme hatte ich dann auch die Bau-Ausführung, mit Ausschreibung, Bauaufsicht und Abrechnung durchzuführen.

4. Verkehrssituation Fechingen.
In meine Zeit beim Amt Brebach wurde ein Problem immer akuter. Bei der Planung der A6 verlangten die Gemeinderäte von Güdingen und von Brebach-Fechingen, dass über dem Verbindsweg (Feldweg) zwischen beiden Orten eine größere Brücke errichtet werden sollte, da das anliegende Gelände in beiden Orten als Gewerbegebiet ausgewiesen werden solle. Diese Brücke wurde dementsprechend errichtet, jedoch mit der Auflage, dass die Straße innerhalb einer Frist von 10 Jahren gebaut werden müsse und diese Frist war bereits mehrfach abgelaufen und wurde dann letztmalig durch die Strraßenbaubehörde verlängert und nach Ablauf der Frist müssten die Kosten des Brückenbaues durch die Gemeinden übernommen werden. So oblag es mir, das Gewerbegebiet mit innerer Erschließung und die Verbindungsstraße zu planen. Eine Auflage war, dass die zu planende Straße in ein Verkehrskonzept von Brebach-Fechingen einzufügen sei. Eine Verbindung zu dieser neuen Straße von der Saarbrücker Straße am neuen Rathaus vorbei, war bereits vorhanden. Für das Verkehrskonzept kam mir zugute, dass die Heringsmühle bereits seit jahrzehnten lediglich eine Ruine war und abbruchreif dastand. Die gegenüberliegende Kleiderfabrik Weber war ebenfalls seit Jahren ungenutzt. So konnte ich dort einen größeren Kreisel planen in den dann die Saarbrücker Straße, die Straße "An der Heringsmühle" (Flughafenstraße), die gerade Verlängerung der Provinzialstraße über das Gelände der Heringsmühle, die Verlängerung der Bliesransbacher Straße (jetzt noch Provinzialstraße) sowie die neue Verbindungsstraße Güdingen nach Fechingen, dementsprechend also 5 Straßen einmünden sollten. Dieser Kreisel war einer der ersten geplanten Kreisel im Saarland. Mein Konzept wurde in allen Gremien hoch gelobt und fand auch die Anerkennung der obersten Straßenbehörde. Jedoch kam, außer dem Abriss der Heringsmühle, von diesem Verkehrskonzept nichts zur Durchführung. Die gerade Verlängerung der Provinzialstraße scheiterte am Einspruch der Anlieger, die lieber in einer Sackgasse, als an einer vielbefahrenen Landstraße I. Ordnung wohnen wollten. Dann kam die Gebiets- und Verwaltungsreform bei der Brebach-Fechingen nach Saarbrücken eingemeindet wurde und alle Steuereinnahmen der Stadt Saarbrücken zuflossen und hierdurch alle geplanten Projekte in Brebach-Fechingen gestrichen wurden. Auf das Gelände der Kleiderfabrik Weber wurden kleine Geschäfte gebaut und die neu zu errichtende Gewerbestraße endete an der Einmündung der Verbindungsstraße zum Rathaus, der Kurt-Schumacher-Straße, wo jetzt noch ein kurzer Straßentorso der vorgesehenen Weiterführung ersichtlich ist. Auf die geplante Verbindung Rathaus - Kreisel wurde von der Autobahnverwaltung die Verbindung unter der Autobahnbrücke hindurch, von der A 620 zur A6 (Richtung Paris) gebaut. Der Kreisel selbst wurde an der von mir vorgesehenen Stelle, in einer wesentlich kleineren Form, im Jahre 2019, gebaut. Neben der Planung der Straßen im Gewerbegebiet hatte ich damals auch die Ausschreibung, Baudurchführung und Abrechnung zu erledigen.

5. Auffahrt zum Scheidter Berg

Im Jahre 1967 entstand die Planung zum Scheidter Berg eine neue Zufahrt, durch das Kreisbauamt, zu bauen, da die vorhandene Zufahrt zu steil und mit zu engen Kurven ausgestattet war. Hierzu wurde mir der Entwurf übergeben und ich sollte hierzu im Gemeinderat meine Stellungnahme abgeben. Mir gefiel jedoch der Entwurf des Kreisbauamtes nicht und ich habe hierzu einen Gegenentwurf zu Papier gebracht. Nach Vorstellung des Entwurfes des Kreisbauamtes durch den Kreisbaumeister habe ich die bei dieser Planung vorhandenen Nachteile erörtert und meinen Entwurf vorgestellt. Selbst der Kreisbaumeister musste anerkennen, dass mein Entwuirf wesentlich besser sei und dieser wurde einstimmig angenommen und das Kreisbauamt musste meinen Entwurf ausführen. Ab diesem Zeitpunkt wurde ich bei fast allen Baumaßnahmen des Kreises involviert und es kam oft vor, dass der Kreisbaumeister zu mir in´s Büro kam um mit mir eine Maßnahme durchsprach.

6. Saar-Pfalz-Rhein-Kanal
Als Ende der 60iger Jahre der Bau des Saar-Pfalz-Rhein-Kanales anstand wurde ich gebeten für den Bereich der Amtsgemeinde Brebach, in der ich arbeitete und die ebenfalls von der Baumaßnahme betroffen war, eine Stellungnahme abzugeben, wobei mir bereits in der 1. Vorplanung die entsprechenden Unterlagen vom Bauministerium übergeben wurden, mit den kompletten Unterlagen von Saarbrücken bis nach Sandhofen, zwischen Ludwigshafen und Worms, am Rhein. Ich habe mich mit den Unterlegen im Bereich des Saarlandes intensiv befasst und verschiedene Änderungen vorgeschlagen, die bei der weiteren Planung größtenteils Berücksichtigung fanden. Leider wurde diese Maßnahme nicht ausgeführt. 

7. Autobahnanschlüsse
Nach Rückgliederung des Saarlandes an die Bundesrepublik Deutschland  hat die Bundesregierung beschlossen, dass im Saarland Autobahnen gebaut werden sollen und nicht wie bisher vorgesehen und  teilweise bereits im Bau fertiggestellt: Bundesfernstraßen. Bei der Vorstellung der Entwürfe durch das Bundesbauministerium war auch ich eingeladen. Befremdlich war für uns alle die geringe Anzahl von Auf- und Abfahrten, wobei von Seiten des Bundes betont wurde, dass laut Vorschriften diese im Abstand von ca. 12,5 km anzuordnen seien. Wir wollten jedoch eine Anbindung dort haben, wo eine stark befahrene Bundes- oder Landstraße die Autobahn kreuzt, egal wie der Abstand ist. Auf eine Frage, was sei, wenn im Abstand von 12,5 km keine Straße queren würde, wurde mitgeteilt, dass dann zu dieser Stelle eine neue Straße gebaut werden müsse, was natürlich lautes Gelächter hervorrief. Hierauf habe ich eingeworfen, dass wir dann besser Bundesfernstraßen bauen sollten, denn dort könnten wir Anschlüsse dort machen, wo es erforderlich sei, was auf allgemeine Zustimmung stieß und hierdurch der Bau der Autobahnen erst einmal Ablehnung fand. Der Sprecher des Bundes beharrte jedoch auf den Bau der Autobahnen, da die Bundes-Regierung dies so beschlossen habe. Nach langer Diskussion konnte sich jedoch die saarländische Delegation insoweit durchsetzen, dass bei den Autobahnen dort Anschlüsse gebaut werden, wo diese erforderlich sind und die bisher in den Richtlinien genannten Regelabstände bei uns entfallen. Hierdurch wurden bereits direkt nach Autobahneröffnung diese auch für regionale Kurzstreckenfahrten genutzt.
Bei einer 1971 durchgeführten Baustellenbesichtigung durch das Bundesbauministerium, die neben den Vertretern des Bundesministeriums, auch aus etwa 40 Saarländern  bestand, war ich in der saarländischen Abordnung mit vertreten. Wir fuhren in einem Bus die einzelnen Baustellen ab und erhielten zwischendurch immer wieder Erläuterungen über den jeweiligen Stand der Arbeiten. Ich bestieg den  Bus erst relativ spät und sah mich nach einem Sitzplatz um. Dann wurde ich vom damaligen Bundesminister für Verkehr, Georg Leber, angesprochen, der meinte, dass der Platz neben ihm noch frei sei und ob ich mich nicht neben ihn setzen wolle, was ich nicht abschlug. Daraufhin habe ich praktisch den gesamten Tag an der Seite des Bundesverkehrsministers verbracht. Wir waren zusammen beim Essen und bei den Erläuterungen standen wir nebeneinander und die Verabschiedung von ihm, am Schluss der Veranstaltung war sehr herzlich.
Auch zur Einweihung der Autobahnteilstrecke zwischen Kaiserslautern und St. Ingbert war ich zu den Feierlichkeiten geladen.

 
8. Straßenbeleuchtung, Anwendung von Edelstahldraht.
Nachdem in den 70iger Jahren des vergangenen Jahrhunderts in einer Straße mehrere, an Abspannungen aufgehängte Straßenleuchten, infolge Korrosion der verwendeten Gussstahldrähte, herunterfielen und „Gott sei Dank“ keinen größeren Schaden anrichteten, habe ich, gegen den Widerstand der Elektroverbände, erstmalig Abspannungen für die Straßenbeleuchtung in nichtrostendem Stahl ausgeschrieben. An der Ausschreibung hat nur eine einzige Firma teilgenommen. Drei andere Firmen haben die Durchführung mit den nicht zugelassenen Materialien verweigert. Die VSE und auch die RWE haben mich auf die Risiken einer solchen, nicht mit den Vorschriften konformer Durchführung schriftlich aufmerksam gemacht. Trotzdem habe ich gegen alle Widerstände den Draht benutzt. Die RWE ist nach über 3-jähriger Erprobung im Zentrallabor in Köln und bei Feldversuchen, was auf meine Initiative dann durchgeführt wurde, zu dem Ergebnis gekommen, dass der Draht für den Zweck hervorragend geeignet ist. Heute wird in ganz Europa ausschließlich dieser nichtrostende Stahldraht für die Abspannung von Lampen verwendet. Es ist mittlerweile Standard.
 
9. Auftauheizung als elektrische Widerstandsheizung.
Auch eine Auftauheizung für Rampen und Treppen geht auf mein Konto. So stand in Sulzbach der Bau von Fußgängerunterführungen, durch mich, an. Hier war mir klar, dass im Zentrum von Sulzbach eine Räumung der Treppen und Rampen bei Schneefall nicht sofort möglich war, ein Übergang über die Straße sollte jedoch durch Barrieren absolut verhindert werden, und so habe ich den Einsatz einer elektrischen Auftauheizung untersucht und war auch bei den erforderlichen Einzelteilen fündig geworden. Eine Vorsprache bei der Regierung zum Einbau einer Elektroheizung wurde sofort mit dem Hinweis auf die Probleme der Heizung auf der Grenzstation "Goldene Bremm" abgelehnt. Nach Einsicht in die Bauunterlagen, der Zoll-Anlage an der "Goldenen Bremm", welche mir vom Ministerium zur Einsicht zur Verfügung gestellt wurden, musste ich feststellen, dass dort gegen Grundregeln der Physik verstoßen wurde. Hier wurde feuchtigkeitsgeschwängerte Luft mit offenen Elektro-Widerstandsdrähten erhitzt, was eine schnelle Korrosion der Drähte bewirkt. Dies war bereits nach wenigen Tagen der Fall und hatte kostspielige Austauscharbeiten zur Folge. Bei meinem Konzept war dies jedoch nicht der Fall. Bei einer nochmaligen Vorsprache, mit den entsprechenden Unterlagen, wurde in einer hochrangig besetzten Besprechung die von mir konzipierte Lösung als Versuch genehmigt. Meine Unterlagen wurden auf dem Ministerium sofort kopiert und als Grundlage für ein Gerichtsverfahren, auf Regress, gegen die bauausführende Firma der Heizung an der "Goldenen Bremm", verwendet, was die Regierung auch, dank meiner Unterlagen, gewann. Die ausführende Firma der Bodenheizung an der Zollstation "Goldene Bremm" hat nach diesem Gerichtsurteil Insolvenz angemeldet, da die eingegangenen Regressansprüche weiterer Bauträger nicht mehr abgedeckt werden konnten.  Die von mir konzipierte Anlage sollte einen Temperaturfühler und einen Feuchtigkeitsfühler erhalten, die in Serie geschaltet werden sollten, so dass die Heizung nur anspringt, wenn die Temperatur im Bereich des Gefrierpunktes liegt und zusätzlich Feuchtigkeit auftritt. Als weiterer Rückschlag erwies sich der Auftrag an eine größere Elektrofirma, deren Entwicklungsabteilung dieses Konzept als nicht durchführbar ablehnte, da durch die Widerstandsheizdrähte im Estrich der Stufen und Rampen solche Temperatur-Spannungen auftreten würden, dass diese sofort zerplatzen würden und aus diesem Grunde den Auftrag zurückgab. Nach meinen Berechnungen war dies jedoch nicht der Fall, da nur wenige Grad Unterschied waren. So hat nach einer Vorstellung dieser Heizung bei der Fa. AEG diese sich bereit erklärt die Anlage zu bauen. Nach Schilderung dieser Schwierigkeiten erlaubte mir das Bauministerium eine freihändige Vergabe an die Fa. AEG. Meine Lösung hat sich so bewährt, dass zuerst im Saarland alle Treppen und Rampen im öffentlichen Bereich, aus Sicherheitsgründen, in dieser Art beheizt und dann diese Heizanlagen in der gesamten Bundesrepublik eingebaut wurden. Einige Anlagen laufen jetzt bereits über 30 Jahre ohne jede Beanstandungen. Auch Firmen und Privatpersonen bauten daraufhin diese Anlagen in ihre Außenanlagen ein.

10. Umwälzanlage Freibad, Konzept einer halbautomatischen Steuerung.
Anfang der 70iger Jahre wurde ich mit dem Einbau einer neuen Umwälzanlage im Freibad Sulzbach betraut, da die alte Reinigungsanlage nicht mehr den hygienischen Anforderungen entsprach und eine Badschließung drohte. Die Ausschreibung wurde von mir so gestaltet, dass ich die von mir gewünschten Grundlagen beschrieb. In der Planungsphase ist mir ein Katalog in die Hände gefallen, der auch hydraulisch betätigte Schieber enthielt und sofort kam mir die Idee hieraus eine halbautomatische Rückspülung zu machen, was ich auch in die Ausschreibung übernahm. An der Ausschreibung haben sich 3 Firmen beteiligt, die sich weltweit im Kraftwerks- und Raffineriebau bereits einen Namen gemacht haben. Alle Firmen haben mir mitgeteilt, dass die von mir gewünschte, halbautomatische Steuerung technisch nicht machbar sei. Den Auftrag zum Bau hat die weltweit agierende, Schweizer Fa. Sulzer, erhalten.. Ein Anruf in der Schweiz, bei der Fa. Sulzer, ergab, dass bisher eine halbautomatische Steuerung noch nie gemacht wurde, obwohl diese schon mehrere tausend Anlagen gebaut hatte und dort auch noch keine Anlage dieser Art bekannt sei. Nach meiner Vorstellung sollten Schieber mit hydraulischer Steuerung über elektrische Schaltventile angesteuert werden, so dass die Rückspülung einfach auf Tastendruck erfolgen kann. Ich bat den planenden Ingenieur zu mir zu kommen um das Ganze einmal zu eruieren. Als ich ihm meine Idee vorstellte, war er sofort hiervon begeistert und als während der Besprechung die Frage aufkam, ob es auf dem Markt überhaupt elektrisch angetriebene Ventile geben würde, welche den Wasserzufluss steuern könnten, habe ich noch gesagt, „dann nehmen wir einfach Relais aus Waschmaschinen“. Der Planungsingenieur sagte noch, dass der Schaltschrank nach meinen Vorstellungen, sicherlich von einem ihrer Elektroingenieure konzipiert werden könne, denn wenn diese komplette Kraftwerke bauen könnten, dürfte für diese ein solcher Schaltschrank kein Problem darstellen. Die entstehenden Mehrkosten brauchte die Stadt nicht zu tragen, da die Fa Sulzer diese Anlage als Experiment und Versuch angesehen hat. Die Anlage hat voll allen Erwartungen entsprochen und heute ist diese Art der Anlage Standard bei allen Bädern, handbetriebene Schieber werden nicht mehr eingebaut. Mit dieser Anlage hätte auch, mit der von mir entwickelten Technik, die Rückspülung vollautomatisch gesteuert werden können. Hierauf wurde jedoch ganz bewusst verzichtet, da hierdurch die Gefahr bestand, dass mitten in der Hauptbadezeit plötzlich eine Rückspülung erfolgen würde, was in jedem Fall vermieden werden muss. Aus diesem Grunde ist lediglich eine Filterwiderstandsanzeige vorhanden, so dass die Rückspülung außerhalb der Badezeit, manuell durch Knopfdruck, eingeleitet werden kann. Diese, von mir konzipierte Anlage war über Relais und Zeituhren mit elektrisch-motorischem Betrieb gesteuert. Die heutigen Anlagen werden mittels Computer gesteuert. 
Bei dem ein Jahr später erstellten Hallenbad waren nur Schieber mit manueller Betätigung vorgesehen. Hierauf habe ich den Ingenieur der bauausführenden Fa. nach der Möglichkeit des Einbaues einer halbautomatischen Steuerung gefragt, wobei dieser mir sehr bestimmt zu verstehen gab, dass es sowas nicht gebe und auch technisch nicht möglich sei. Noch auf der Fahrt zum Freibad hat er mit mir diskutiert, dass es so etwas nicht geben würde und ich mich getäuscht haben müsse. Hierauf habe ich ihm die von mir konzipierte Anlage im Freibad gezeigt. Nach Eintritt in die Anlage war er zuerst sprachlos und dann war seine erste Reaktion: „Phantastisch, so was habe ich bisher noch nicht gesehen“ Im Hallenbad wurden trotzdem die manuell zu bedienenden Schieber eingebaut, so dass für die etwa 2 x pro Woche erforderliche Rückspülung insgesamt 4 Mann erforderlich sind, die auf Zuruf dann die jeweiligen Schieber von Hand, parallel, betätigen. Für die 4 Männer ist dann ein halber Arbeitstag gelaufen. Ein bei einer späteren Renovierung ins Auge gefasster Einbau der hydraulisch gesteuerten Schieber scheiterte an den anderen Abmessungen.

11. Wasserleitungen im Freibad der Außenduschen und Toiletten.
Beim Umbau des Freibades Sulzbach habe ich die Wasserleitungen so installieren lassen, dass die Außenduschen, wie auch die Toiletten mit Badewasser betrieben werden. Hierzu ist zu erläutern, dass laut Vorschrift täglich pro Badegast eine Menge von 35 ltr. Frischwasser zugesetzt werden muss, was auch akribisch durch die Badeaufsicht überprüft wird. Vorher wurden die erforderlichen Mengen abends ablaufen und Frischwasser einlaufen gelassen. Bei 1000 Gästen sind das 35 m³. Nach dem Umbau liefen tagsüber ein Teil der Wassermenge über die Duschen und die Toiletten ab, so dass etwa die Hälfte an Frischwasser, hatte eingespart werden können. Die bauausführende Fa. Sulzer belächelte diese von mir vorgesehene Wassersparmaßnahme und meinte, dass bisher noch niemand dies in der Form ausgeführt hätte. Zusätzlichen Investitionen, entstanden nicht, da lediglich eine andere Anschlussstelle erforderlich war, da sowieso ein entsprechendes Rohr neu verlegt werden musste. Im Jahr 2011 stand in der Saarbrücker Zeitung ein Bericht, dass im Bereich von Weiskirchen ein Freibad genau so umgebaut wurde, um Trinkwasser einsparen zu können. Hier waren natürlich die Investitionskosten entsprechend höher und die Amortisationszeit wesentlich länger. Mit dieser Maßnahme war ich also der Zeit um 30 Jahre voraus und heute werden alle Bäder in dieser Art der Wasserführung, gebaut.

12. Abdeckplatten Freibad mit Glasfaserarmierung.
Mit den Abdeckplatten der Becken des Freibades gab es durch das aggressive Chlorwasser Probleme. Durch das Chlor oxydierten die Stahleinlagen und sprengten die Platten. Mein Vorschlag war, anstelle der Stahleinlagen Glasfasermatten zu verwenden. Da keinerlei Untersuchungen über die Festigkeit der Glasfasermatten vorlagen, musste hier das Materialprüfungsamt der Universität des Saarlandes in die Presche springen und entsprechende Untersuchungen durchführen. Der Statiker der bauausführenden Firma hat dann die erforderliche Mattenanzahl errechnet und eine Prüfung ergab, dass die Platten ebenfalls die erforderliche Biegefestigkeit, wie bei Stahleinlagen, hatten. Diese Platten liegen noch heute, nach fast 30 Jahren, ohne Schäden, auf den Becken. Früher mussten die Abdeckplatten etwa alle 5 bis 8 Jahre erneuert werden. Die Baufirma vertreibt diese Abdeckplatten noch heute für den Einsatz in der Nähe von aggressiven Wässern.

 

13. Brauchwasseranlagen im Saarland 
In den 80iger Jahren wurde vom Umweltministerium eine große Kampagne zur Regenwassernutzung, auch als Brauchwasser zur Toilettenspülung und zum Wäschewaschen, ins Leben gerufen., wobei Zuschüsse für Tanks und der erforderlichen Installationen in Aussicht gestellt wurden.
Als Sachbearbeiter für diese Angelegenheit wurde ich ausgewählt, da ich auch für die Notwasserversorgung im Stadtgebiet, im Katastrophenfall, zuständig war.
Da die Anlage, bei Wassermangel, auch mit Frischwasser nachgefüllt werden muss, was auch in den Zuschussrichtlinien enthalten war, habe ich mit den Stadtwerken die hierfür erforderlichen Maßnahmen, gemäß den Hygienerichtlinien der Wasserversorger, zusammengestellt und die hierbei anfallenden Kosten, in etwa geschätzt, auflisten lassen. Hierbei kam ich zu dem Ergebnis, dass eine Brauchwassernutzungsanlage vollständig unrentabel ist und die aufgefangenen Regenwässer lediglich zur Gartennutzung verwendet werden sollten, was ich den Interessenten auch immer wieder empfahl.
Nach einiger Zeit erhielt die Stadt Sulzbach ein Schreiben des Umweltministeriums in welchem Bemängelt wurde, dass die Stadt Sulzbach im gesamten Saarland die einzige Kommune wäre aus der noch kein Antrag auf Zuschuss für das Programm der Regenwassernutzung eingegangen sei, wozu ich als Antwort gab, dass nach hiesiger Meinung und auch Berechnung die Sache für den Nutzer unrentabel wäre. Hierauf wurde ich zu einem Gespräch ins Umweltministerium eingeladen (zitiert).
Zu diesem Gespräch habe ich mir dann noch weitere Unterlagen besorgt, wie die statistischen, jährlichen Regenmengen, der Wasserverbrauch im Garten, Verbrauch der Toiletten und Waschmaschine usw. geben lassen oder selbst eruiert und die entsprechenden Berechnungen durchgeführt.
Im Gegensatz habe ich die Kosten für die Nachfüllanlage aufgestellt, wie Planung durch ein entsprechendes Ingenieurbüro, Genehmigung durch die Stadtwerke, Installation durch einen zugelassenen Fachbetrieb. Nach der Installation ist eine Abnahme durch die Stadtwerke erforderlich und laut Vorschrift ist im 2-jährigen-Rhythmus eine Überprüfung der Anlage erforderlich um eventuelle Manipulationen zu vermeiden. Zur Überprüfung und Zählerablesung hat der Betreiber der Stadtwerke eine uneingeschränkte Betretungsgenehmigung zu erteilen. Alle diese vorgenannten Tätigkeiten sind natürlich jeweils kostenpflichtig und müssen, da sie im Voraus nicht kalkulierbar sind, über Stundensätze abgerechnet werden.
Hierbei muss beachtet werden, dass 2 geeichte Wasserzähler eingebaut werden müssen. Ein Zähler für die Nachfüllmenge an Frischwasser und ein weiterer Zähler für die aus der Zisterne entnommenen Wässer, da für das Frischwasser bereits Abwassergebühren anfallen und für die aus dem Tank entnommenen Wässer ebenfalls Abwassergebühren zu zahlen sind. Somit muss für die Abwassergebühr die Menge an Frischwasser von dem aus der Zisterne entnommenen Wasser abgezogen werden andernfalls fallen die Abwassergebühren 2-mal an.
Die beiden Zähler müssen alle 5 Jahre ausgetauscht werden, da nach dieser Zeit die Eichung entfällt.
Bei den jährlich wiederkehrenden Kosten sind die Kosten für die Zählerablesung, der zusätzliche Aufwand für die gesonderte Rechnungsstellung der Abwassergebühren, der Anteil für den Austausch der Zähler, die Zählermiete für die beiden Zähler, der Anteil für die alle 2 Jahre durchgeführte Überprüfung zu nennen. Diese Kosten summierten sich damals, vorsichtig gerechnet, auf 150 bis 250 DM, diese Kosten ohne die zusätzlich anfallenden Abwassergebühren.
Hiergegen standen Einsparungen von 10 bis 15 m³, reine Wasserkosten, in Höhe von damals etwa 35 bis 50 DM und ich nicht für die Sulzbacher Bürger nach dem Motto handeln möchte: „Wir sparen, koste es was es wolle.“
Somit habe ich den Interessenten der Regenwasserzisternen empfohlen die Wässer nur für Gartenzwecke zu nutzen und auf einen Zuschuss zu verzichten, wobei ich auch auf die anlaufende Diskussion über Regenwassergebühren für versiegelte Flächen, die bei Nutzung einer Zisterne in Wegfall kommen sollen, da das Wasser nicht in das Kanalsystem abgeführt wird, hingewiesen.
Diese Argumente, in einer noch weitaus detaillierteren Form, habe ich beim Umweltministerium in meinem Vortrag dargelegt und bei der anschließenden Diskussion zeigten sich alle Teilnehmer über die entstehenden Kosten erstaunt. Eigentlich sollte ich in dem Gespräch mit hochrangigen Ministeriumsvertretern von der Maßnahme überzeugt werden, aber nach Abschluss meines Vortrages waren alle Teilnehmer meiner Meinung und davon überzeugt, dass das Ganze mit der Brauchwassernutzung nichts bringen würde und an die zusätzlich anfallenden Kosten noch niemand gedacht hätte.
Von dieser Maßnahme, der Bezuschussung der Brauchwassernutzung, hat man später nichts mehr gehört. Auch auf mein Schreiben an das Ministerium erfolgte an die Stadt keine Antwort. Aber mir wurde später zugetragen, dass Teilnehmer der Gesprächsrunde sich bei anderen Stadtwerken über meine Darstellung informiert haben und meine Darlegungen Bestätigung fanden.

14. Beleuchtung Decken-Glasfenster mit Glasmalerei.
Einen beträchtlichen Imagegewinn auf dem Rathaus konnte ich durch die Beleuchtung des Glasfensters, mit Symbolen aus der Geschichte Sulzbachs, als Glasmalerei, in der Decke des Treppenhauses des Rathauses, damit dieses auch bei Dunkelheit zu sehen war, verbuchen. Hier war ich zu Beginn nicht gefragt, da diese Maßnahme der Hochbauabteilung oblag. Erst bei einer Haushaltsbesprechung erfuhr ich von dieser Sache und nach Vorstellung der erforderlichen Arbeiten und Bekanntgabe der veranschlagten Kosten in Höhe von 8.000 DM meinte ich, dass dies nicht funktionieren würde, da eine Anleuchtung eines Glasbildes von oben mit 2 x 2000 Watt Strahlern in keinem Falle gehen würde, da dann der Betrachter so geblendet wäre, dass man von dem Bild nichts mehr sehe. Ich machte den Vorschlag, dass der Bauhof den darüber liegenden Raum weiß streichen sollte und der Hausmeister 2 Regletten mit 20 Watt Neonröhren installieren solle, das würde ausreichen und die 8.000 DM könnten eingespart werden. Hierauf wurde mir gesagt, dass ich keine Ahnung hätte, da diese Sache von Beleuchtungs-Spezialisten der größten Elektrofirma Europas mit entsprechender Beleuchtungsabteilung geplant wäre und diese ja tagtäglich mit solchen Dingen zu tun hätten. Aber ich habe meine Bedenken immer wieder wiederholt. Selbst bei der Baudurchführung habe ich dem Bürgermeister, den ich auf der Treppe traf, dies mitgeteilt und habe mich darüber lustig gemacht, dass diese sinnlose Sache, unverzüglich wieder abgebaut wird, da sie nicht funktionieren könne. Dies hat sich auch bei der Vorstellung der Anleuchtung, aus Anlass der nächsten Stadtratssitzung, bewahrheitet. Die Wogen gingen sehr hoch und der Bürgermeister hat dem Stadtrat meine, im Vorfeld bereits geäußerten Bedenken, mitgeteilt. Am nächsten Tag kam unser Bauamtsleiter, sichtlich niedergeschlagen, zu mir und bat mich die Maßnahme so, wie von mir vorgeschlagen, auszuführen. Einige Tage später war alles fertig und ich erntete nur Lob. In allen Ausschusssitzungen wurde das Thema angeschnitten und in der Stadtratssitzung wurde gesagt: „Der Kirch Gunter hat von Beleuchtung mehr Ahnung als alle Spezialisten der ganzen Firma….. zusammen“.

15. Kreisel Hühnerfeld.
Bei einer Kreuzung von 2 Landstraßen 1. Ordnung mit einer Verkehrsbelastung von ca. 18.000 KFZ-Einheiten /Tag habe ich 1977 einige Varianten erarbeitet und deren Effizienz überprüft. Hierbei war von mir der Bau eines Kreisels favorisiert worden, da dieser mir am effektivsten erschien. Der Bau dieses Kreisels wurde jedoch bei einer Besprechung in größerem Kreise, von dem Bauministerium und Landesstraßenverwaltung abgelehnt und die von mir ebenfalls untersuchte, aber von mir verworfene Lösung als Kreuzung mit Ampelanlage wurde gebaut. Wobei ich bereits bei der damaligen Besprechung auf die ungenügende Leistung dieser Lösung hingewiesen habe, was sich dann auch unmittelbar nach dem Bau durch ausgedehnte Staus zeigte. 2002 wurden meine Pläne wieder aus der Schublade gezogen und der Kreisel genau wie ich ihn in den 70iger Jahren geplant hatte, gebaut. Ein Polizeibeamter, der bei den jeweiligen Vorstellungen meiner Planungen zumeist zugegen war, hat mir später einmal in einem Gespräch gesagt, dass ich mit meinen Planungen meist 20 bis 30 Jahre zu früh dran gewesen wäre.

16. Baumscheiben Sulzbachtalstraße
In der Sulzbachtalstraße, Bereich Hammersberg und Altenwald bis ev. Kirche sollte die überbreite Straße, welche zum Schnellfahren verführt, durch Baumscheiben und Anlegen von Parkbuchten optisch verschmälert werden. Bisher wurden zum Bau der Baumscheiben Steine in der Größe 30 x 30 cm mit S-Profil (Berliner Profil) eingebaut. Da diese Steine an den Ecken mit Gehrungen versehen werden und es sich bei einer Baumscheibe um 30 Steine die versetzt werden mussten, handelte, war dies sehr Zeitintensiv und diese Baumscheiben waren auch sehr anfällig gegen Beschädigungen. Hier brauchte nur ein schwerer LKW darüber zu fahren und schon kippten die Steine ab und alles war „im Eimer“. So habe ich nach einer Lösung gesucht um das Ganze aus wenigen Fertigteilen herstellen zu können und hatte auch eine entsprechende Idee, das Ganze aus lediglich 3 verschiedenen Teilen, die für eine Baumscheibe 2 x erforderlich waren, herzustellen. Eine Unterredung mit einer Betonteilefirma in St. Ingbert hatte bereits im ersten Anlauf Erfolg und die Teile wurden dort hergestellt. Das war 1986. Die Kosten zum Einbau waren, trotz der teuren Fertigteile geringer, da lediglich 6 Teile auf Betonstreifen versetzt werden mussten und die Haltbarkeit der Konstruktion war so gut, dass bis zum heutigen Tage noch keine Schäden aufgetreten ist. Die Teile hat die Firma dann in ihren Katalog eingestellt und heute sieht man diese Teile in der gesamten Bundesrepublik und im angrenzenden Frankreich.

17. Breitbandverkabelung in Deutschland.
In Bad Pyrmont traf ich 2010 zufällig den Leiter von Kabel Deutschland der für den bayrischen Raum zuständig ist und dieser erwähnte nebenbei, dass die Sache mit der Breitband-Verkabelung ja bei uns im Saarland, Mitte der 70iger Jahre des vergangenen Jahrhunderts, begonnen hätte und in Bayern diese Verkabelung erst Mitte bis Ende der 80iger Jahre eingeführt worden sei. Hiernach musste ich kräftig schlucken, denn ich war im Saarland der Initiator.
Der Ort, an dem ich wohnte, war ein dem Sender abgelegenen Hang, dort waren nur Reflektionen zu empfangen, aus diesem Grunde wurde bereits für das Fernsehen ein Umsetzer, auf der gegenüberliegenden Talseite, errichtet um an diesem Hang überhaupt eine Fernsehempfang zu haben. Für mich war ein ordnungsgemäßer Radioempfang unmöglich. Die Firmen Telefunken, Grundig, Siemens und Revox haben mir Geräte zur Verfügung gestellt, aber die von mir durchgeführten Versuche mussten ergebnislos beendet werden. Auch der Saarländische Rundfunk, der technische Direktor Herr Dr. Ing. Glessner und der spätere Direktor, Herr Dipl. Ing. Schönhofen konnten, obwohl sie bei mir zu Hause mit dem Funkmesswagen waren, mir nicht helfen, da eine Messung absolut schlechte Ergebnisse brachte. Als ich den Auftrag erhielt, das Erschließungsgebiet Sulzbach Nord zu planen und den Bau durchzuführen, welches genau an diesem Hang liegt, eruierte ich die Möglichkeit einer Gemeinschaftsantennenanlage zusammen mit der Fa. Siemens, welche diese Anlagen auch für die Hochhäuser in Sulzbach-West errichtet hat, wobei sich als idealer Standort für die Antennen der zu errichtende Hochbehälter der Stadtwerke anbot. Die Fa Siemens überprüfte die Sache und wollte die Ausführung übernehmen. Kritiker der Anlage riet ich, mit dem Auto einmal in das Gebiet zu fahren und zu versuchen einen saarländischen Rundfunksender zu empfangen. Nach dieser Prozedur verstummten alle kritischen Stimmen. Lediglich die Erlaubnis der Bundespost war noch einzuholen, da diese die Lizenz-Vergabe zum Bau von Telekommunikationseinrichtungen durchführte. Diese Lizenz wurde nicht erteilt, sondern die Bundespost baute die Anlage in eigener Regie, wozu eine ganz neue Stabstelle bei der Post in Saarbrücken geschaffen werden musste. Beim Ausbau des Fischbacher Weges wurde das Kabel gleich bis zur alten Post gegenüber dem Bahnhof, ein Jahr später nach Friedrichsthal, Quierschied, St. Ingbert und Dudweiler verlegt und anschließend in den weiteren Raum. Mir war aber bis Dato nicht bekannt, dass ich für die Verkabelung in ganz Deutschland mit Sulzbach-Nord den Grundstein gelegt hatte.


 
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