Flugmodellbau
  Resümee meines Lebens
 



Als bald 80-Jähriger muss ich auf mein bisheriges Leben zurückblicken.

Ich muss sagen, dass ich sehr viel in meinem Leben bewirkt habe, nicht nur beruflich sondern auch hobbymäßig. Beruflich wie auch im Hobby gehen verschiedene Neuentwicklungen auf mich zurück, die nicht nur deutschlandweit sondern sogar teilweise weltweit einen Umschwung brachten.

Die hier lediglich angerissenen Punkte sind andernorts, auf dieser Homepage, ausführlicher behandelt.

Als besondere berufliche Erfolge sind zu nennen:

Bei der Berechnung und Konstruktion eines Dükers unter dem Scheidter Bach hindurch, in Schafbrücke 1968, musste ich absolutes Neuland beschreiten. Mir wurde erst die Baugenehmigung nach einer Vorstellung und Erläuterung des Projektes vor einem größeren, kompetenten Gremium, im Wasserwirtschaftsamt in Saarbrücken, erteilt. Ein neuer Abwassersammler durch das gesamte Tal, welcher in den 90iger Jahren gebaut wurde, wurde an den bestehenden, von mir konstruiertem und gebautem Düker angeschlossen, da vermutlich niemand mehr solch einen Düker berechnen konnte.

Beim Bau von Fußgängerunterführungen in Sulzbach konzipierte ich eine elektrisch betriebene Auftauheizung für die offenliegenden Rampen und Treppen der Unterführungen, die nur bei Frost, in Verbindung mit Feuchtigkeit, in Betrieb ging. Da das Bauministerium in Saarbrücken mit anderen Auftauheizungen bereits sehr negative Erfahrungen gemacht hat, wollte diese erst mein Konzept nicht genehmigen. Aber nach der Vorstellung meiner Idee, die ich in einer eigens angesetzten Besprechung mit hochrangigen Regierungsvertretern erläuterte, wurde mein Vorschlag als Versuch genehmigt und nach dem durchschlagenden Erfolg für alle öffentlichen Bauten, aus Sicherheitsgründen, zwingend vorgeschrieben.

Bei mehreren Straßenprojekten wurde die jeweils von mir favorisierte Lösung abgelehnt und eine ebenfalls von mir erarbeitete und vorgestellte Alternativlösung, die von mir jedoch aus unterschiedlichen Gründen nicht befürwortet wurde, kam zur Ausführung. Mehrere meiner favorisierten Lösungen wurden jedoch nach Jahren oder auch Jahrzehnten doch gebaut und mir wurde auf dem Ministerium, von kompetenter Seite, einmal mitgeteilt, dass ich mit meinen Plänen fast immer um Jahrzehnte der Zeit voraus war. Dies galt insbesondere für Verkehrskreisel, die ich schon in den 60iger Jahren bauen wollte aber, da noch niemand den Nutzen erkannte, immer abgelehnt wurden und später nach meinen Anregungen doch gebaut wurden.

In einer von mir geplanten und gebauten größeren Erschließungsanlage mit mehreren Straßen (Erschließungsanlage Sulzbach-Nord) hatte ich eine Gemeinschaftsantennenanlage, wegen der sehr schlechten Empfangsverhältnisse, durch Reflexionen, für Radio und TV, mit konzipiert und auch eine Baufirma, zur Ausführung, gewonnen. Hierzu hat jedoch die Deutsche Post die erforderliche Genehmigung verweigert und die Anlage selbst gebaut. Dann wurde die Anlage in den Bereich von Sulzbach erweitert und anschließend wurden die Kabel in die umliegenden Gemeinden verlegt. Bald war fast das gesamte Saarland angeschlossen und dann ging es weiter in die anderenLänder der Bundesrepublik. Aber der Ausgangspunkt der gesamten Breitbandversorgung Deutschlands lag in dem Erschließungsgebiet an der Grühlingsstraße (A 623) in Sulzbach und wurde durch mich konzipiert.

Beim Bau der neuen Umwälzanlage im Freibad Sulzbach war mir der Aufwand für die Rückspülung, bei der mehrere Arbeiter auf Zuruf Schieber zudrehen und andere aufdrehen mussten, was dann 2. Mal pro Woche jeweils eine Arbeitszeit von mehreren Stunden erforderte, zu viel und ich überlegte mir eine Steuerung mit hydraulisch betätigten Schiebern. Diese Idee lehnten alle an der Ausschreibung beteiligten Firmen als nicht durchführbar ab. Mit der schweizerischen Firma Sulzer, welche den Auftrag erhielt und eine solche Lösung ebenfalls als nicht durchführbar abgelehnt hat, habe ich diese meine Idee nochmals eingehend besprochen  und diese hierbei von der Machbarkeit überzeugt. Nach dem Bau hat sich die Anlage als hervorragend funktional herausgestellt und heute ist diese Art der Umwälzanlage „Stand der Technik“ und weltweit werden nur noch solche Anlagen gebaut.

Bei der Straßenbeleuchtungsanlage in Sulzbach fielen durch Korrosion der Gussstahldrähte eine Reihe von Lampen in einem Straßenzug herunter, wobei jedoch nur ein geringer Sachschaden entstand. So wählte ich bei dem Neuaufbau der Beleuchtungsanlage Edelstahldraht aus, der gemäß den Technischen Daten wesentlich bessere Eigenschaften und Festigkeiten aufwies, als der herkömmliche Gussstahldraht. Jedoch musste ich auch alle erforderliche Zubehörteile aus entsprechendem Material finden, um eine Korrosion durch unterschiedliche Materialwertigkeit (Batterie), zu vermeiden, was mir ebenfalls gelang. Da das Material nicht zugelassen war, haben mehrere Firmen an der Ausschreibung nicht teilgenommen und dies entsprechend begründet. Auch einige Stromversorger machten mich schriftlich hierauf aufmerksam. Aber die Anlage wurde trotzdem so, wie von mir geplant, gebaut und erst danach hat die Fa RWE (Rheinisch-Westfälische-Elektrizitätswerke) in Köln entsprechende Feld-Versuche durchgeführt, die nach 3 Jahren intensiver und detaillierter Untersuchungen das Ergebnis erbrachten, dass das Material für die Abspannungen zum Aufhängen der Straßenbeleuchtungskörper hervorragend geeignet ist und heute werden Beleuchtungen weltweit nur noch an Edelstahldrähten aufgehängt.

Auch hobbymäßig habe ich einiges bewirkt.

So habe ich nachweislich, zumindest europaweit, erstmals die Anwendung von Kohlefasern in einem Fluggerät in der Fachzeitsachrift „Modell“  beschrieben. Mein erstes Flugmodell mit Kohlefaserverstärkung war ein A2-Freiflugmodell mit einer extrem hohen Streckung, was ich in dieser Form, als Holzmodell ohne Kohlefaserverstärkung, nicht hätte bauen können, entstand bereits im Jahre 1968 und flog 1969 bei einem Freiflugwettbewerb.

Meine Idee zum Bau von kleinen Balsagleitern mittels Schablonen und Hellings, bei Veranstaltungen, ging fast um die ganze Welt.

Zusammen mit Heinz Unger entwickelte ich negativ gepfeilte RC-Flugmodelle, wobei insbesondere diese Nurflügelmodelle  eine Besonderheit darstellten, da praktisch alle Fachleute ein solches Modell nicht für flugfähig einstufen, da sie nicht zu stabilisieren seien, was auch aus der Literatur zu entnehmen ist. Diese von uns entwickelten Modelle standen jedoch den Normalmodellen in der Leistung nicht nach, sondern haben diese teilweise übertroffen und das, obwohl praktisch alle Fachleute von diesen Flugzeugen abrieten. Auch die negativ gepfeilten Normalmodelle, Enten und TSA-Modelle (Tri-Surface-Aircraft) (3-Flächen-Modelle) welche von mir konstruiert und gebaut wurden, können mit hohen Leistungen aufwarten.

Im Jahre 1981 wurde ich, auf Grund meines Engagements für den Flugsport, zum Fachreferenten für Jugend und Ausbildung im Deutschen Aero-Club gewählt. Hierbei oblag mir nicht nur die Ausbildung im Modellflug sondern auch der übrigen im DAeC organisierten Flugsportlern, jedoch insbesondere der Modellflug. Mein Aufgabenbereich erstreckte sich auf die Weiterbildungskurse der unterschiedlichsten Art im Haus der Luftsportjugend in Hirzenhain, den UHU-Wettbewerben, dem alljährlichen Modellflug-Jugendtreffen, der Organisation der Ausstellungsstände des DAeC sowie der Luftsportjugend insbesondere bei der RMF (Rennsport, Motorsport und Flugsport) in Friedrichshafen, der Aus- und Weiterbildung der Trainer B nach den Vorschriften des DSB (Deutscher Sportbund) einschließlich der erforderlichen Prüfungsabnahme, der Durchführung von Lehrgängen für das Hessische und das Saarländische  Lehrerfortbildungswerk. Bei den Verkäufer-Fortbildungslehrgängen der UHU-Werke in Bühl/Baden war ich lange Jahre Lehrbeauftragter für Flugmodellsport. Auch die Fortschreibung der „Arbeitsunterlegen für den Modellflug“ lag in meinen Händen, wobei ich diese stark erweiterte und mit moderneren Modellen auf den neuesten Stand gebracht habe. Für meine Verbandsarbeit wurde ich mit der bronzenen Ehrennadel des DAeC, die in der Bundesrepublik alljährlich nur 10 mal verliehen wird und einige Jahre später mit der silbernen Ehrennadel, welche alljährlich lediglich 5 mal verliehen wird, geehrt.

Durch die Wahl zum Fachreferenten für Jugend und Ausbildung im Deutschen Aero-Club wurde ich gleichzeitig Vorsitzender des UHU-Ausschusses und war somit verantwortlich für alle UHU-Angelegenheiten. Dies beinhaltete die UHU-Modelle an sich, wie „Der kleine UHU“, „RC-UHU“ und „Elektro-UHU“, die Organisation der Wettbewerbe sowie die erforderlichen schriftlichen Unterlagen wie Anschreiben, Ausschreibung, Gestaltung der Plakate und Verteilung der Preise. Im Jahre 1983 habe ich erstmals Fehlstarts bei den Wettbewerben  eingeführt und die Hochstartleine auf 25 m sowie die maximale Flugzeit auf 60 Sekunden reduziert, was zu geharnischten Protesten der Freiflug-Leistungs-Sportler führte. Heute werden dort jedoch offizielle Wettbewerbe mit 25 m Hochstartschnur geflogen, wobei genau die gleiche Begründung, wie von mir damals, dass dann wesentlich mehr Gelände zur Verfügung stehen, genannt werden.

Das von mir konstruierte Flugmodell „Der kleine UHU“ von 1984 wurde zu einem weltweiten Erfolg und das absolut meistverkaufte Flugmodell mit einer Spannweite von über 1,0 m das jemals auf dem weltweiten Markt angeboten wurde. Träger der UHU-Wettbewerbe war die Kleberfirma UHU in Verbindung mit der Modellbaufirma Graupner

In der Elektro-Freiflugklasse F1Q wurden von mir die Wettbewerbsregeln, nach einem Wettbewerb mit nur maximalen Flugzeiten, der aus diesem Grunde dann von mir abgebrochen wurde, vollständig neu aufgestellt. Diese neuen Wettbewerbsregeln wurden bereits 2 Wochen später, bei einem nationalen Wettbewerb, angewendet und haben sich hervorragend bewährt, so dass diese Regeln am Jahresende in nationales Recht und ein Jahr später in internationales Recht umgewandelt wurden. Alle Wettbewerbe, ob national oder international wurden sofort nach den von mir aufgestellten Regeln geflogen, obwohl die Bestimmungen noch anders lauteten und auch die Ausschreibungen anders formuliert waren.

Auch die von mir konstruierten und gebauten Flugmodelle müssen hier Erwähnung finden, wobei die Zahl etwa 500 unterschiedlichen Modellen sicherlich erreicht wurde.Lediglich die größeren Wettbewerbs-Freiflugmodelle, größere Anfängermodelle sowie RC-Modelle wurden benummert. Alle anderen Modelle blieben ohne fortlaufende Nummerierung. Hierbei denke ich insbesondere an die unterschiedlichen Gleiter als verschiedene Flugzeugtypen und aus unterschiedlichen Materialien. Alleine für die Balsagleitermappe waren über 50 Entwürfe und anschließender Bau und dann eine optische Begutachtung und entsprechende Leistungsuntersuchungen notwendig, um letztendlich 11 Stück zur Veröffentlichung auszuwählen. Auch die bei den Fortbildungskursen im Haus der Luftsportjugend in Hirzenhain von den Teilnehmern gebauten Modelle wurden speziell auf die jeweiligen Lehrgangstypen zugeschnittene Modelle von mir entworfen und gebaut. Für die Konstruktion der RC-Experimentalmodelle waren jeweils sehr viele Balsagleiter erforderlioch, da durch diese zuerst einmal die Flugfähigkeit der von mir ersonnenen, völligen Neukonstruktion erprobt werden musste. bevor in kleinen Schritten die Leistungen erhöht werden konnten. Auch Leistungs-Wettbewerbs-Wurfgleiter wurden in größerer Anzahl von mir konstruiert gebaut und erprobt. Das Gleiche gilt auch bei den Saalflug-Modellen. Hier habe ich auch Sonderkonstruktionen entwickelt, wie Schwingenflugmodelle oder Entenmodelle, die u.a. in den Pausen der Deutschen Meisterschaften in der Dortmunder Westfalenhalle, als Pausenfüller, unter dem Beifall der Wettbewerbsteilnehmer vorgeführt wurden. Auch die Saalflugmodelle, die bei Ausstellungen in Friedrichshafen, Stuttgart und Frankfurt, auch von Günter Maibaum und Kurt Vogler vorgeführt wurden, stammten in der Konstruktion von mir.

Insgesamt konnten mit diesen, von mir konstruierten Flugmodellen, 5 Deutsche Meister- und 12 Saarlandmeister-Titel und entsprechend viele weitere Podestplätze errungen werden.

 

Als langjähriger THW´ler (Technisches Hilfswerk) in Führungsposition war mir die alte Unterkunft in Sulzbach, wegen der enorm vielen Mängel, da es sich hierbei um ein vor mehreren Jahrzehnten aufgegebenes Bürogebäude handelte, ein Dorn im Auge und so habe ich über diese Unterkunft eine entsprechende Satire verfasst, welche in der „THW-Zeitschrift Saarland“ erschien. Diese Satire hat jedoch auch in anderen Landesverbänden so viel Anklang gefunden, dass ich um die Genehmigung zum Abdruck in praktisch allen THW-Landesverbänden der Bundesrepublik gebeten wurde. Auch der damalige Pressesprecher der Bundesregierung, Herr von Arnim, hat in seinen Presse-Seminaren für Öffentlichkeitsarbeit der Katastrophenschutz-Organisationen, diese meine Satire, als besonders lobenswertes und hervorragendes Beispiel der Pressearbeit hervorgehoben und jeweils zur Einleitung seiner bundesweit ausgeschriebenen Lehrgänge, vollständig zitiert und in schriftlicher Form an die Teilnehmer ausgegeben.

Beim Technischen Hilfswerk (THW) war ich lange Zeit Ortsbeauftragter in Sulzbach. In diese Zeit fiel auch der Neubau der Unterkunft, die nach einem Regelplan (Unterkunft Landau) gebaut werden sollte. Dies waren eingeschossige Bauten, U-förmig angeordnet, was mir absolut nicht gefiel, da das Hanggelände hierzu vollständig eingeebnet werden und die Nachbargrundstücke mit massiven, hohen Stützmauern abgesichert hätten werden müssen. Ich habe hierzu einen Gegenentwurf erarbeitet, ein kompaktes Gebäude, in die Hanglage hinein gebaut und entsprechende Kosten gegenübergestellt. So konnte ich dem Bundesbauministerium für Sonderaufgaben beweisen, dass der von mir gemachte Bauvorschlag nicht nur beim Bau wesentlich kostengünstiger, sondern auch in der weiteren Bewirtschaftung wesentliche Kostenvorteile bringt. Meine Argumentation war so eindeutig, dass das Bundes-Innenministerium einen ortsansässigen Architekten mit dem Bau, auf der Grundlage der von mir ausgearbeiteten Pläne, beauftragte. Noch heute gilt diese Unterkunft als eine der funktionalsten und optisch ansprechendsten im gesamten THW-Länderverbund Hessen / Rheinland-Pfalz / Saarland.


 

 
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