Flugmodellbau
  Materialien und Gewichte
 


1. Beplankungen, Rippen und Spanten

1.1 Sperrholz

Vorbemerkung:

Zur Ermittlung der Gewichte der unterschiedlichen Sperrhölzer habe ich die vielen, unterschiedlichen Sperrholz-Platten-Abschnitte, welche sich in meinem Fundus befinden, nach Stärke und Größe sortiert und genau vermessen und verwogen, wobei ich meist eine größere Anzahl von kleineren, gleicher Plattenabschnitten zusammen verwogen habe, so dass ein genauerer mittlerer Wert zustande kam.

Hierzu ist noch anzumerken, wie ich zu den vielen unterschiedlichen Sperrhölzern kam. Als Referent für Jugend und Ausbildung im DAeC war ich auch gleichzeitig Vorsitzender des UHU-Ausschusses und somit für alle UHU Wettbewerbe verantwortlich. Bei einer Tagung war auch das Vorfliegen neuer Modelle der Fa. Graupner angesagt und auch ich flog ein von mir entwickeltes Modell vor, natürlich mit meiner „Multiplex“-Fernsteueranlage, was bei Herrn Johannes Graupner, der ebenfalls anwesend war, gar nicht gut ankam. Er machte mir den Vorschlag, dass ich eine 6014, voll ausgerüstet, zu den Konditionen der Spitzen-Wettbewerbspiloten bekommen könne, was ich natürlich nicht ausschlagen konnte. Wenige Tage nachdem ich ein Modell mit der neuen Anlage ausgerüstet hatte fiel dieses vom Himmel, was ich dann aber als einen Fehler von mir deutete. Als dann wenige Tage danach ein weiteres Modell durch Absturz das zeitliche segnete, schickte ich die Anlage zur Fa. Graupner zurück, mit der Bitte um Überprüfung, was dann eine vollständig intakte Anlage ergab. Eine Woche später fiel nochmals ein Modell herunter, wobei ich so langsam an meinen Flugkünsten zweifelte. Dann stand wieder ein Vorfliegen von UHU-Modellen beim UHU-Ausschuss in Hirzenhain an. Herr Johannes Graupner stand neben mir, wir beobachteten mein Flugmodell und unterhielten uns, als plötzlich das Modell senkrecht zu Boden stürzte und zerschellte. Herr Graupner meinte sofort, dass dies eine Funkstörung gewesen sein müsse und nahm die komplette Anlage wieder in seinen Betrieb, zur Überprüfung, mit. Auch diesmal ergab die Prüfung eine einwandfrei funktionierende Anlage ohne jegliche Beanstandung, wie mir wiederum schriftlich mitgeteilt wurde. Dann stürzte anschließend das 5. Modell ab. In meiner Verzweiflung ging ich dann zu dem Fachhändler über den die Beschaffung der Anlage gelaufen ist und klagte diesem mein Leid. Dieser hängte dann die Anlage an ein Überprüfungsgerät zur Langzeitüberwachung. Kaum war ich zu wieder zu Hause angekommen, erhielt ich einen Anruf des Fachhändlers in welchem dieser mir mitteilte, dass das HF-Modul der Anlage in fast regelmäßigen Abständen von 10 bis 15 Minuten für den Bruchteil einer Sekunde, aus völlig unerfindlichen Gründen, vollständig abschalten würde. Er hätte einen neuen HF-Modul eingesteckt und die Anlage arbeite jetzt einwandfrei, ich könne sie wieder abholen.

Das defekte HF-Modul, wie auch das Prüfprotokoll des Fachhändlers, habe ich dann an Herrn Johannes Graupner gesandt. Wie mir später von Mitarbeitern mitgeteilt wurde, war in der Reparaturabteilung einiges los, denn der Fehler zeigte sich auch dort immer wieder. Da Herr Graupner wusste, dass ich durch den Anlagendefekt 5 Modelle verloren hatte und die Modelle selbst entwickle und baue, kam einige Tage später ein Entschuldigungsschreiben von ihm persönlich und 3 große Pakete mit Materialresten aus der Produktion. An den damals mir übersandten Sperrholzabschnitten, aller Stärke, von 0,4 bis 5 mm und in Buche und Birke, partizipiere ich noch heute. Die von dem Fachhändler reparierte Fernsteueranlage hat dann viele Jahre, ohne jeglichen Fehler, ihren Dienst verrichtet.

Nun wieder zum Sperrholz. Da Sperrholz aus einem natürlichen Grundstoff, nämlich Holz, besteht, gilt auch hier, dass dieses sehr unterschiedlich in Härte und Gewicht sein kann. Auch hier gilt, dass beim Sägen, Messern oder Schälen des Stammes ein härteres Holz ein gering dickeres Furnier ergibt, was sich jedoch beim Verleimen addiert und dickere Sperrhölzer entstehen. Die mir vorliegenden Sperrholz-Restplatten haben sehr oft den Aufdruck der Herstellerfirma über Stärke, Herstellungsdatum, Serien Nr. usw. was natürlich für einen Baukasten ungeeignet ist und somit Plattenabfall darstellt. Jedoch kann ich hierdurch jetzt die Nennstärke ersehen und ausmessen um wie viel diese im Einzelnen überschritten ist. Alle dünneren Sperrhölzer von 0,4 über 0,6 bis 0,8 mm waren um jeweils 0,1 mm stärker. Den größten Unterschied musste ich bei 5 lagigen 2,0 mm Sperrhölzern feststellen.  Hier hatte ich auch Stärken von 2,4 mm feststellen können, was eine Differenz von + 20 % darstellt. Eigentümlicher weise ist das 2,2 mm starke Buchensperrholz leichter als das 2,0 mm und das 2,4 mm Sperrholz ist gleich schwer wie das 2,0 mm Sperrholz. Ich habe 3 x nachgemessen und nachgewogen und kam jedes Mal auf die gleichen Werte. Die hier angegebenen Werte sind also nicht absolut, sondern lediglich Anhaltswerte, um das Gewicht in etwa abschätzen zu können

Die angegebenen Werte sind aus dem Durchschnitt der Wägungen und Vermessungen der einzelnen Sperrhölzer ermittelte Werte, die jedoch in der Praxis immer abweichen werden. Denn auch Sperrholz wird aus dem natürlichen Werkstoff Holz gefertigt und so kann ein Werk, das auf Holz welches von guten Böden stammt, ein leichteres Sperrholz herstellen, als ein Werk, das auf Holz, welches auf kargen, mageren Böden wächst und deshalb fester und schwerer ist, zurückgreifen muss.

Das spezifische Gewicht von Buchenholz beträgt, laut Gewichtstabelle: 720 Kg/m³, bei Birke sind es 650 Kg/m³ Pappel liegt bei 390 kg/m³ und Kiefernholz wiegt, laut Gewichtstabelle 510 kg/m³.
  
Der Begriff: "Flugzeugsperrholz" ist lediglich ein Qualitätsbegriff für Buche- und Birkesperrholz. Diese Sperrhölzer dürfen in den Einzelfurnieren keinerlei Äste, Risse oder Fehlstellen aufweisen, sondern müssen eine vollständig homogene Struktur haben. Im Flugmodellbau genügen auch normale Sperrholzblätter, da die relativ kleinen Teile auch aus den Bereichen zwischen den Schadstellen heraus geschnitten werden können. Jedoch dürfen auch Bereiche mit Ästen in der äußeren Furnierschicht nicht verwendet werden, da hier die gewünschte Festigkeit nicht erreicht wird. Eine Spezifizierung in "Flugzeugsperrholz", "Güteklasse 1", "Güteklasse 2" und "Ausschuss" erfolgt nach Fertigstellung der Platten, nach optischer Sichtkontrolle. 

1.11 Bucheholz
0,4 mm (2 Lagen)               280 g/m² (tatsächlich alle 0,5 mm)
0,6 mm (3 Lagen)               450 g/m² (tatsächlich alle 0,7 mm)
0,8 mm (3 Lagen)               710 g/m² (tatsächlich alle 0.9 mm)
1,0 mm (3 Lagen)               730 g/m²
1,2 mm (3 Lagen)               875 g/m²
1,5 mm (3 Lagen)               1100g/m²
2,0 mm (5 Lagen)               1745 g/m²
2,2 mm (5 Lagen)               1620 g/m²
2,4 mm (5 Lagen)               1750 g/m²
3,3 mm (5 Lagen)               2650 g/m²
4,2 mm (5 Lagen)               3090 g/m²
5,0 mm (5 Lagen)               3760 g/m“ 

1.12 Birkenholz
0,4 mm (2 Lagen)               ---(Material bei mir nicht vorhanden)
0,6 mm (3 Lagen)               ---(Material bei mir nicht vorhanden)
0,8 mm (3 Lagen)               680 g/m²
1,0 mm (3 Lagen)               725 g/m²
1,2 mm (3 Lagen)               870 g/mj²
1,5 mm (3 Lagen)               1050 g/m²
1,6 mm (3 Lagen)               1105 g/m²
1,7 mm (3 Lagen)               1200 g/m²
2,0 mm (5 Lagen)               1275 g/m²
2,9 mm (5 Lagen)               1840 g/dm²
3,5 mm (5 Lagen)               2220 g/m² 

1.13 Pappelholz
3,0 mm (3 Lagen) = 1380 g/m²
4,0 mm (3 Lagen) = 1840 g/m²

1.14 Balsaholz, hier offeriere ich nur das selbst hergestellte Sperrholz aus 1,0 mm bzw. 1,5 mm Brettchen, da ich zugekauftes Balsa-Sperrholz nicht besitze.
3,0 mm (3 Lagen) = 350 g/m² (bei 1 mm Brettchen von 10 g/Brett)
4,5 mm (3 Lagen) = 500 g/m² (bei 1,5 mm Brettchen von 15 g/Brett) 
Das Balsa-Sperrholz kann natürlich auch aus etwas schweren Brettchen hergestellt werden, was die Stabilität wesentlich erhöht, aber auch das Gewicht ansteigen lässt. 

2. Balsa-Vollholz

2.1 Balsaholz (mit spezifischem Gewicht von 133 g/dm³)
1,0 mm (13 Gramm Brettchen)                133 g/m²
1,5 mm (20 Gramm Brettchen)                200 g/m²
2,0 mm (27 Gramm Brettchen)                270 g/m²
2,5 mm (33 Gramm Brettchen)                330 g/m²
3,0 mm (40 Gramm Brettchen)                400 g/m²
4,0 mm (53 Gramm Brettchen)                530 g/m² 

2.2 Balsaholz mit aufgebrachter Bespannung, Brettchen ebenfalls wie 2.1, zuzüglich 25% Spannlack
1,0 mm mit 12 g Bespannpapier                              148 g/m²
1,0 mm mit 21 g Bespannpapier                              160 g/m²
1,5 mm mit 12 g Bespannpapier                              215 g/m²
1,5 mm mit 21 g Bespannpapier                              225 g/m²
1,5 mm mit 21 g Bespannpapier und 26 g/m² Vlies    260 g/m²
2,0 mm mit 21 g Bespannpapier                              300 g/m²
2,0 mm mit 21 g Bespannpapier und 26 g/m² Vlies    330 g/m²
2,5 mm mit 21 g Bespannpapier und 26 g/m² Vlies    390 g/m²
3,0 mm mit 21 g Bespannpapier und 26 g/m² Vlies    460 g/m²

2.3 Balsaholz mit aufgebrachter Glasseide, Brettchen ebenfalls wie 1.2, zuzüglich 50% Epoxidharz
1,0 mm mit 25 g/m²-Glasseide                170 g/m²
1,5 mm mit 50 g/m²-Glasseide                 275 g/m²
1,5 mm mit 80 g/m²-Glasseide                 320 g/m²
1,5 mm mit 110 g/m² Glasseide               365 g/m²
2,0 mm mit 25 g/m² Glasseide                 310 g/m²
2,0 mm mit 50 g/m² Glasseide                 345 g/m²
2,0 mm mit 80 g/m² Glasseide                 390 g/m²
2,0 mm mit 110 g/m² Glasseide               435 g/m²
3,0 mm mit 80 g/m² Glasseide                 520 g/m²
3,0 mm mit 110 g/m² Glasseide               565 g/m²
3,0 mm mit 165 g/m² Glasseide               650 g/m²
4,0 mm mit 165 g/m² Glasseide               780 g/m²


3. Sonstige Materialien zur Beplankung
3.1 Zeichenkarton
(bei historischen Modellen werden vielfach noch die Rümpfe und der Nasenbereich der Flächen mit Zeichenkarton beplankt.
200 g/m² mit Überzugs-Lack:                   230 g/m²

4. Bespannmaterial für Flächen
4.1 Vlies und Papier  (Materialgewicht zuzüglich 25% für Spannlack)
Papier 12 g/m²                                  15 g/m²
Papier 17 g/m²                                  21 g/m²
Papier 21 g/m²                                  26 g/m²
Polyester-Bespannvlies 24 g/m²          30 g/m²
Polyester-Bespannvlies 30 g/m²          38 g/m²
Papier 21 g/m² und Polyester.Bespannvlies 24 g/m²            57 g/m²

4.2 Gewebe  (Materialgewicht zuzüglich 25% für Spannlack)
Seide 20 g/m²                                     25 g/m²
Nylongewebe 22g/m²                          28 g/m²
Nylongewebe 40 g/m²                         50 g/m²

4.3 Folien
Da ich bisher noch keine Folien verwendet habe, möchte ich hierzu auch keine Bewertung abgeben.
Die Foliengewichte sind in den Prospekten enthalten.. 

 

 
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